Chronik

EINE UNENDLICHE GESCHICHTE?                     (Aktualisierte Fassung vom 31.03.2020) 

Chronologie des Asphaltmischwerks Wahlstedt

Am Standort des Asphaltmischwerks  befand sich vorher die Ilseder Schlackenaufbereitung.

Auch diese Anlage war bei den Anwohnern heftig in der Kritik. Nach zähem 6jährigem Rechtsstreit wurde  2006 von den Anwohnern eine Räumung erstritten.

 Die Stadtväter in Wahlstedt scheinen aus diesem Kampf gegen eine zu laute und staubende Anlage nichts dazugelernt zu haben.

2005

August 2005

2006

Der Flächennutzungsplan des Kreises Segeberg weist das Gebiet des Asphaltmischwerks als Gewerbegebiet aus.

09. März 2006

Beschluss des Ausschusses für Planung des Zweckverbandes Mittelzentrum Bad Segeberg – Wahlstedt (Uns vorliegende Kopie des Protokolls von Do., 09.03.2006, 19:00-20.18 Uhr, Raum 1.02 des Rathauses in Bad Segeberg, Auszug aus TOP 7.2):  

 „Da das Asphaltwerk nicht nur für die A 20 Asphalt liefern wird, sondern in ganz Schleswig-Holstein und weiteren Teilen Norddeutschlands tätig ist, ist von einer sehr langfristigen Ansiedlung auszugehen. Vor diesem Hintergrund besteht im Planungsausschuss Konsens, die erforderlichen hydraulischen Berechnungen in Auftrag zu geben.“

 (Es geht um die Entwässerung des Asphaltmischwerk-Grundstücks.)

Frage des Verfassers: Ist es möglich, einen solchen Auftrag binnen drei Wochen – bis zur Genehmigung am 30.03.2006 – in Auftrag zu geben, zu erstellen und zu bearbeiten? Ist dies erforderlich? (vgl. unten: 30. März 2006)

Diese Vorgehensweise zeigt wenig Sachkenntnis seitens der verantwortlichen Politiker. Asphaltmischwerke produzieren laut vorliegender Expertenaussage kaum Abwässer.

13. März 2006

Der Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr der Stadt Wahlstedt stimmt dem Vorhaben – Einrichtung und Betrieb einer Asphaltmischanlage durch die Firma Papenburg in Wahlstedt, Industriestraße 8a – zu und erteilt in nicht öffentlicher Sitzung das gemeindliche Einvernehmen. Es gibt hierzu auch keinen ausgewiesenen Tagesordnungspunkt in der betreffenden Tagesordnung vom 13.03.2006.

30. März 2006

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) erteilt die erste Teilgenehmigung für die Errichtung einer Asphaltmischanlage in Wahlstedt. (Vgl. oben: 09. März 2006)

07. Mai 2006

Bürgermeister Sven Diedrichsen wird nach sechs Jahren  für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Sein Vorgänger im Amt (1974 – 1998) war Rudolf Gußmann.

08. Mai 2006

In der Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau und Verkehr der Stadt Wahlstedt wird die Entscheidung der Stadt über ein gemeindliches Einvernehmen zur Errichtung eines Asphaltmischwerkes nicht bekanntgegeben. Die Öffentlichkeit wird nicht unterrichtet.

23. Mai 2006

Anwohner der Hans-Dall-Straße verfassen zur Information der Bürger in der Nachbarschaft ein Rundschreiben zu den Belästigungen durch die Asphaltmischanlage. Bei einem Anwaltsbüro  habe man sich erkundigt. Die Kanzlei empfahl, einen zur Verfügung gestellten Mustertext, von allen Beschwerdeführern ausgefüllt und unterschrieben, per Einschreiben an die Stadt zu senden. Nach  Eingang der Antwort soll bei einem Treffen über das weitere Vorgehen beraten werden, z.B. die Einschaltung eines Anwalts erwogen werden.

24. Mai 2006

Mehrere Anwohner des Birkenwegs beklagen sich bei der Stadt Wahlstedt über Lärm und Gestank von der Asphaltmischanlage Papenburg:

„…Durch die lauten Betriebsgeräusche und die Gerüche der Anlage, egal bei welcher Windrichtung, erfahren wir nachfolgende Belästigungen und Beeinträchtigungen: 1. Ein Aufenthalt auf unserem Grundstück ist  bei diesem Lärmpegel und der Geruchsbelästigung nicht mehr zumutbar. 2. Im Büro und Wohnhaus hören wir trotz geschlossener Fenster und Türen beeinträchtigend die Betriebsgeräusche. 3. Mit Betriebsbeginn, künftig werktags ab 02.00 Uhr nachts, ist nicht mehr an Schlaf zu denken. Wir melden schon jetzt Schäden psychischer Art, Wertminderung aller Nutzungsbereiche, sowie eine Immobilienwertminderung an…“

29. Mai 2006

Die Stadt Wahlstedt bestätigt den Eingang des Schreibens vom 24.05.2006.

30. Mai 2006

Der damalige Bürgermeister Sven Diedrichsen beantwortet den Beschwerdebrief  der Anwohner  des Birkenwegs vom 24. Mai:

„…Die Stadt Wahlstedt hat zu diesem Bauvorhaben keine Genehmigungen erteilt.

Für ein derartiges Bauvorhaben ist eine Genehmigung nach § 4 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes erforderlich. Genehmigungsbehörde ist das Staatliche Umweltamt Itzehoe… Aufgrund der Beteiligung am Genehmigungsverfahren sind mir jedoch folgende Tatsachen bekannt: … Vielmehr wird die Anlage in der Zeit der Nachtruhe (22:00 Uhr bis 06:00 Uhr) und an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich nicht betrieben. In der Zeit von 04:00 Uhr bis 06:00 Uhr kann die Mischanlage aufgewärmt werden. Voraussetzung für eine Genehmigung ist, dass auch bei ungünstigen Winden die zulässigen Lärmpegel auf Ihren Grundstücken eingehalten werden…“

01. Juni 2006

Das LLUR erteilt die zweite Teilgenehmigung für den Betrieb  einer Asphaltmischanlage in Wahlstedt,  entsprechend §19 BImschG (Bundesimmissionsschutzgesetz) im vereinfachten Verfahren.  Eine Öffentlichkeitsbeteiligung findet dabei nicht statt.

29. August 2006

Antwortschreiben der Stadt Wahlstedt (Herr Köll): Einladung zu einem Informationsgespräch zur Asphaltmischanlage Papenburg am 12. September 2006. Ein fürJuni geplantes Gespräch sei leider nicht möglich gewesen.

31. August 2006

Handschriftliche Notiz eines Anwohners aus dem Birkenweg (Original liegt vor):

„31.08.06 – abnormer Krach und Gestank. — Um 23:20 noch immer ganz starker Krach.“

23. Oktober 2006

Schreiben der Stadt Wahlstedt (Herr Köll) an Anwohner Wahlstedts über die Informationsveranstaltung zum Asphaltmischwerk am 12.09.2006.

Es seien mehr als 70 Besucher gezählt worden, darunter Vertreter von Presse, Behörden und der Firma Papenburg. Ein offizielles 5seitiges Protokoll sei beigefügt.

ES FOLGEN WORTGETREUE AUSZÜGE AUS DIESEM PROTOKOLL:

„Niederschrift zur Informationsveranstaltung „Ansiedlung Asphaltmischwerk der GP Papenburg AG“ am 12.09.2006 um 18.00 Uhr in der Begegnungsstätte…

(Protokoll Stadtbauamt, 05.10.2006):

„…Für den Bereich, auf dem die Firma Papenburg ihren Betrieb errichtet hat, besteht kein Bebauungsplan. In diesem Fall ist gemäß § 34 Baugesetzbuch ein Vorhaben dann zulässig, wenn es sich nach Art und Maß in die nähere Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Die nähere Eigenart der Umgebung ist durch gewerbliche Nutzung geprägt. In etwa 200 m Luftlinie befinden sich die nächstliegenden Gebäude, die von ihrer Gebietscharakteristik einem allgemeinen Wohngebiet zuzuordnen sind.

Aufgrund dieser Rechtssituation war das Einvernehmen der Gemeinde erforderlich. Dieses wurde durch einen entsprechenden Beschluss des Ausschusses für Planung, Bau und Verkehr hergestellt, nachdem zuvor unter Einbeziehung von Fachbehörden des Kreises und des Staatlichen Umweltamtes die Sachlage aus den verschiedenen Blickwinkeln geprüft worden war.

Die Firma Papenburg hatte also ein Baurecht. Das denkbare Versagen des Einvernehmens hätte demnach zu einer Rechtsbeugung geführt.

Die einzige Alternative für die Stadt wäre gewesen, die Beschlüsse für die Aufstellung eines Bebauungsplanes und eine Veränderungssperre zu fassen. Aber auch diese Alternative ist kritisch zu betrachten, weil unter Einbeziehung der näheren Umgebung auch im Zuge eines Bebauungsplanes keine andere Nutzung festgeschrieben werden könnte, als ein Gewerbegebiet.

Herr Diedrichsen weist darauf hin, dass die Stadt Wahlstedt als Standortgemeinde lediglich zum Planungsrecht angehört wird und das eigentliche Baugenehmigungsverfahren auf Grundlage des Bundesimmissionsschutzgesetzes durch das Staatliche Umweltamt erteilt wurde…

…Für sie (Frau Resenhoeft, eine Anwohnerin, d. Verf.) stellt sich die Frage, wie man auf die Idee kommen konnte, einen solchen Betrieb an dieser Stelle zuzulassen. Die Interessen der örtlichen Bevölkerung seien in keiner Weise gewürdigt worden… Sie ist der Meinung, dass die Stadt aufgrund der Rechtslage das vorliegende Baurecht  durch gezielte Planung hätte verhindern können…

Zum Thema Geruchsbelästigung teilt Herr Blum (Staatliches Umweltamt Itzehoe) mit, dass ein Gutachten vorliegt und demnach keine wesentlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind…

…Frau Vollmers wirft ein, dass es von morgens bis abends erheblich stinkt

…Frau Fink, Vorstand des Kinderschutzbundes (Anm.d. Verfassers: Betreiber des benachbarten Kindergartens ist der Kinderschutzbund), berichtet von beißendem Teergeruch und fordert, dass die Prognosewerte kurzfristig überprüft werden.

Frau Klinge hat in jüngster Zeit schmierige Teerpartikel auf ihren Gartenmöbeln festgestellt, die sich nur unter großer Anstrengung entfernen lassen. Außerdem stört der in den frühen Morgenstunden haltende Zug in unmittelbarer Nachbarschaft den Schlaf. Während der „Parkdauer“ läuft der Motor der Lokomotive ständig…

Herr Blum (Staatliches Umweltamt Itzehoe) kann einen Zusammenhang zwischen der Firma Papenburg und den genannten Teerpartikeln nicht herstellen, weil seine Messungen nur einen geringen Staubwert von 20mg/Kubikmeter aus dem Schornstein ergeben haben…

Herr Klinge (Birkenweg) hat…in der Nähe des Betriebes einen beißenden Geruch festgestellt…

…Mehrere Bürger fordern, dass nicht nur am Schornsteinkopf der Staubwert ermittelt werden sollte, weil er in der Hauptsache von den Splitlagern herrührt.  Im Gildewald, im Kindergarten stank es und es war laut. Alle, die sich dort aufhielten, fühlten sich nicht gut…

…Herr Klinge ist davon überzeugt, dass die Befüllung der Bitumentanks die Geruchsbelästigung erzeugt. Die Befüllungsanlage sollte entsprechend dem Stand der Technik eingehaust werden

…Herr Kaufmann (Firma GP Papenburg) räumt ein, dass in der Vergangenheit einige Pannen passiert sind…

…Ein Herr…bittet das Staatliche Umweltamt um gründliche Prüfung vorgelegter Messergebnisse. Er schließt Fehlmessungen nicht aus, weil er beispielsweise beobachtet hat, dass Messungen im Lärmschatten seines Hauses vorgenommen worden sind…

…Die Firma Papenburg wird von verschiedener Seite angeregt, Maßnahmen zur Staubbindung zu ergreifen, z.B. durch Beregnung. Herr Kaufmann erwidert hierzu, dass Beregnungen in sehr trockenen Perioden vorgenommen wurden. Die Fahrbereiche werden alle 14 Tage  gekehrt und abgesaugt.  Die Radladerbereiche werden demnächst überdacht…

…Herr Kaufmann erklärt, dass Fehlverhalten unverzüglich abgestellt wird und die Firma alle technischen Maßnahmen zur Einhaltung der Vorschriften unternimmt…

…Herr Blum …sagt, … er als zuständiger Mitarbeiter des Staatlichen Umweltamtes wird mit seinem fachlichen Können die Inhalte (Anm. d. Verf.: Inhalte der Gutachten) detailliert bewerten und penibel darauf achten, dass die rechtlichen Vorschriften eingehalten werden…

…Ende der Veranstaltung: ca. 20.15 Uhr, gez.  Köll (Protokollführer)

(Kopie des Originalschreibens liegt vor)

November 2006

Anfrage eines Anwohners des Wacholderwegs an den Bürgermeister der Stadt Wahlstedt bezüglich des Genehmigungsverfahrens der Anlage.

16. November 2006

Auskunft des Staatlichen Umweltamts Itzehoe (StUA) auf Fragen, die der oben genannte Anwohner dem Bürgermeister der Stadt Wahlstedt gestellt hatte, bezüglich des Genehmigungsverfahrens des Asphaltmischwerks:

 “Vor Erteilung der Genehmigung hat es unter anderem auch Gespräche mit der Stadt Wahlstedt gegeben. Außerdem hat der Planungsausschuss  der Stadt Wahlstedt dem Vorhaben am 13.03.2006 zugestimmt und das gemeindliche Einvernehmen erklärt….“ 

„…Die betreffende Asphaltmischanlage…wird gemäß dem Stand der Technik betrieben, welcher sich aus der TA Luft ergibt. In der TA Luft wird jedoch nicht der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geruchsemissionen geregelt…Diese Regelungslücke wird durch die Geruchsemissions-Richtlinie (GIRL) gefüllt. Aus dieser geht hervor, dass nur Gerüche als erhebliche Belästigung gewertet werden, wenn sie in Wohn- und Mischgebieten 10% der Jahresstunden…überschreiten (Nr. 3.1 GIRL)… Weil das Asphaltmischwerk…weniger als 10% der Jahresstunden in Betrieb ist, gehe ich davon aus, dass es zu keiner erheblichen Belastung durch diese Anlage kommt…“

(Es folgen Links zu den entsprechenden Gesetzen.)

Hier zeigt sich das oft angewendete Ermittlungsprozedere: Durch die Verrechnung der tatsächlichen Produktionszeiten mit den übrigen produktionsfreien Tagen des Jahres (jahreszeitlich bedingt durch niedrige Temperaturen unter 10 Grad C) werden die realen Belastungen heruntergerechnet. Dieses Verfahren ist nicht realitätsgerecht, aber legal. Den Schaden haben die Bürger.

2007

13. Januar 2007

Bericht der „Segeberger Zeitung“  (S. 11) über Immissionen des Asphaltmischwerkes und die Beeinträchtigungen der Anwohner sowie die Ankündigung, dem Bitumen demnächst Zitrusduft beizumischen:

„Es ist Sommer in Wahlstedt. Gisela und Sixtus Bartholdi sitzen auf der Terrasse ihres Eigenheims am Birkenweg und genießen die wärmenden Sonnenstrahlen. Vom nahen Asphaltwerk weht der frische Duft nach Zitronen herüber. Nach Zitronen? So könnte es jedenfalls sein, wenn ein Plan der Betreiberfirma Papenburg aufgeht. Denn im Moment sieht die Wirklichkeit so aus: Selbst in den heißen Sommerwochenkönnen die Bartholdis ihre Fenster nicht öffnen, weil ihnen der beißende Asphalt-Gestank sonst auch noch ins Haus kriecht. An Nachmittage auf der Terrasse ist gar nicht zu denken…Der Baukonzern Günter Papenburg hatte das Mischwerk auf einem brach liegenden Industriegrundstück in Windeseile für etwa 4 Millionen Euro hochgezogen. In der Nähe erwarb das Unternehmen eine größere Fläche zum Kiesabbau…“

Mai 2007 (Handschriftliche Notiz von Anwohnern aus dem Heideweg)

*„Lärm- und Geruchsbelästigung durch das Asphaltmischwerk Papenburg!

  1. Lärm: Obgleich mein ganzes Haus mit dickem, einbruchhemmendem Glas ausgestattet ist, hört man einen durchdringenden Pfeifton im Haus. Die Terrasse ist wegen des Lärms unbenutzbar.
  2. Geruch: Es riecht oft nach Teer, ganz extrem bei Südwestwind. Es kann dann nicht gelüftet werden, auch die notwendige Gartenarbeit ist nicht zu verrichten. Der Geruch ist beißend und legt sich schmerzhaft auf die Atemwege.
  3. Durch diese Beeinträchtigung ist eine erhebliche Wertminderung erfolgt, ein späterer Verkauf des Hauses wird schwierig werden.“

13. Juli 2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

* „Geruchs- und Lärmbelästigung von ca. 07:00 Uhr bis 18:00 Uhr, Geruchsbelastung anhaltend bis ca. 20:00Uhr.“

14.07.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

* „Ab frühem Morgen bis Mittags Krach.“

16.07.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

 *„09:30 Uhr – Es stinkt. — 13:00 Uhr: Lärm und Gestank. — 16:00: Lärm und Gestank.“

23.07.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

 *„Ab 06:00 Uhr –  Lärm und Gestank. Bis ca. 12: 00 Uhr“

24.07.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

 *„Es stinkt den ganzen Tag. Zur Zeit bis in die Räume.“

26.07.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

* „13:00 Uhr Besonders laut, besonders starker Gestank. Zieht in die Räume.

17:00 Uhr – Unerträglich; Gespräch mit Frau Schade“

(Anm. d. Verf.: Staatliches Umweltamt Itzehoe)

27.07.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

* „Unerträglich!“

28.07.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

*„ 08:00 bis 12:00 Uhr – Unerträglich. Extrem laut, extremer Gestank“

01. August 2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

*„Im Erholungswald östlich der Fabrik  um 11.30 Uhr extremer Asphaltgestank.“

02. August 2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

*„08:50 Uhr – Extremer Asphaltgestank — vormittags starker Asphaltgestank bei LIDL“

03. August 2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

*„Den ganzen Tag Krach und Gestank.“

06. – 11.08.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

*„Bei uns keine Beeinträchtigung – OSTWIND“

13.08.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

*„12:00 Uhr: Extremer Gestank“

14.08.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

 *„Den ganzen Morgen Krach – 18:00, 21:00 Uhr: Gestank und Krach“

16.08.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

*„12:00 Uhr, 13:00 Uhr: Gestank und Krach“

17.08.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

* „10:00 Uhr – Es stinkt nach Norden; 12:30 Uhr – Krach und Gestank“

22.08.2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

*„17:00 Uhr – Starke Rauchentwicklung bis in den Abend“

23. August 2007 (Handschriftliche Notizen von Anwohnern aus dem Birkenweg)

* „12:00 Uhr – Starke Rauchentwicklung und Gestank“

08. Oktober 2007

Antwort des staatlichen Umweltamts Itzehoe (StUA) auf eine Nachbarschaftsbeschwerde zum Asphaltmischwerk Papenburg in Wahlstedt.

Es werden die Vorschriften zum Umgang mit  Geruchsbelästigung erläutert, §5 BimSchG und die TA Luft bezüglich geruchsintensiver Stoffe zitiert, außerdem die Geruchsimmissions-Richtlinien GIRL erläutert:

„Weil das Asphaltmischwerk nach dem Stand der Technik betrieben wird und weniger als 10%  der Jahresstunden in Betrieb ist, gehe ich davon aus, dass es zu keiner erheblichen Belästigung durch diese Anlage kommt.“

17. Oktober 2007 (9 Tage später)

Anlagenbegehung durch die Genehmigungsbehörde Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

Es werden Abweichungen des real vorhandenen zum genehmigten Betrieb festgestellt. Es wurde ermittelt, dass dem Stand der Technik nicht entsprochen wurde.

02. November 2007

Ankündigung einer Einwohnerversammlung am 12.11.2007 um 19:30 Uhr in der Begegnungsstätte zum Thema Asphaltmischwerk.

12. November 2007

Bericht der „Lübecker Nachrichten“ über die Ankündigung der Einwohnerversammlung und Darstellung, dass die Anwohner über Belästigungen klagen:

„Gestanksduschen und Staubdünen:  Probleme um Asphaltmischwerk noch nicht ausgestanden.“

…Im Heideweg sei es schlimmer geworden. Es stinke, sei laut und dreckig, äußert ein Anwohner. Es seien die reinsten Dünen, die man von seinem Auto fegen müsse…

November 2007

Bericht der „Segeberger Zeitung“  zu demselben Thema: „Sandsturm aus dem Asphaltwerk“.

Für Anwohner sei schon der Normalzustand bei Werksproduktion unerträglich.

 „Es stinkt penetrant…, im Grunde können wir unsere Grundstücke nicht mehr nutzen…Bei uns im Garten kommen vom Asphaltwerk Duschen rüber, da kann man gar nicht atmen.“

12. November 2007

Einwohnerversammlung mit Vertretern des Staatlichen Umweltamts und der Firma Papenburg.

17. November 2007

Schreiben von Anwohnern des Heidewegs an die damaligen Fraktionsvorsitzenden aller Parteien, da in geheimer Sitzung über den Betrieb einer neuen mobilen Brechanlage der Firma Papenburg abgestimmt werden soll. Die schon bestehenden Belästigungen  werden geschildert und die Parteien um Hilfe gebeten.  Die Bürger sind besorgt.

20. November 2007

Schreiben von Anwohnern an den Vorsitzenden  des Ausschusses für Planung, Bau und Verkehr mit der Bitte, die Abstimmung über die mobile Brechanlage in den öffentlichen Teil der Sitzung zu verlegen. 

21. November 2007

Beobachtungen von Einwohnern aus dem Birkenweg über Immissionen des Asphaltmischwerks Papenburg (Liegen in Kopie vor):

„21.11.07 – 08.00 Uhr: Geräusche stark; 11.30 Uhr: Geräusche stark, schlagend und starker Rauch; 16.45 Uhr: Geräusche stark“

22. November 2007

„ 22.11.07 – 08.50 Uhr: Geräusche stark, starker Rauch; 14.00 Uhr: Geräusche stark, starker Rauch“

23. November 2007

 „23.11.07 – 08.00 Uhr: Geräusche stark; Gestank extrem – bis in die Innenräume; dunkler Rauch; 13.30 Uhr: Geräusche stark, Gestank extrem – bis in die Innenräume; dunkler Rauch; 19.00 Uhr: Geräusche stark; Gestank extrem – bis in die Innenräume“

24. November 2007

„24.11.07: Geräusche stark;  starker Gestank; dunkler Rauch“

26. November 2007

„26.11.07:13.00 Uhr: Starker Rauch; WIND AUS NW“

27. November 2007

„27.11.07 – 09.00 Uhr: Geräusch stark; starker Rauch; WIND AUS NW, 17.00 Uhr: Geräusch stark, starker Rauch;                 WIND AUS NW“             

27. November 2007

Schreiben von Anwohnern an das Staatliche Umweltamt Itzehoe (StUA) mit der Bitte um Stellungnahme zu einem ausstehenden Gutachten bezüglich der Staubablagerungen durch das Asphaltmischwerk, da gesundheitliche Beeinträchtigungen befürchtet werden.

28. November 2007

„28.11.07 – 08.00 Uhr: Geräusch stark; starker Rauch; 13.00 Uhr: ebenso; 16.00 Uhr: Geräusch stark“

29. November 2007

„29.11.07 – 07.00 Uhr: Geräusch sehr stark; extremer Gestank über die ganze Stadt hinweg, starker Rauch“

30. November 2007

„30.11.07 – 08.00 Uhr: Geräusch sehr stark; starker Gestank, starker Rauch; 14.00 Uhr: ebenso; 16.30 Uhr: ebenso“

01. Dezember 2007

„01.12.07 – 08.00 Uhr: Geräusch sehr stark; starker Gestank, starker Rauch, 14.00 Uhr: ebenso“

03. Dezember 2007

„03.12.07 – 10.00 Uhr: Geräusch sehr stark; starker Rauch“

04. Dezember 2007

„04.12.07 – 10.00 Uhr: Geräusch sehr stark; starker Rauch“

05. Dezember 2007

„05.12.2007 – 08.00 Uhr: Geräusch sehr stark; starker Gestank; starker Rauch“

06. Dezember 2007

„06.12.2007 – 08.30: wie oben; 15.30 Uhr: ebenso“

07. Dezember 2007

„07.12.2007 – 08.00 Uhr: Geräusch sehr stark; starker Rauch“

07. Dezember 2007

Schreiben von Anwohnern des Heidewegs an das Staatliche Umweltamt Itzehoe (StUA) mit Beschwerden über bestehende Luftverschmutzung und mit der Bitte, die Interessen der Anlieger bei der eventuellen Genehmigung einer mobilen Brechanlage zu berücksichtigen.

07. Dezember 2007

Schreiben von Anwohnern des Heidewegs an die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien und an den Bauamtsleiter der Stadt Wahlstedt, Herrn Köll, mit Beschwerden über bestehende Luftverschmutzung

Als Anlage wird ein Küchentuch beigefügt, mit dem eine Fensterbank abgewischt wurde.

10. Dezember 2007

„10.012.07 – 10.30 Uhr: Geräusch stark, starker, beißender Geruch; starker Rauch; 13.00 Uhr: sehr starker Rauch WIND AUS O“

11. Dezember 2007

Das Staatliche Umweltamt (StUA) Itzehoe erteilt eine nachträgliche Anordnung, in der emissionsbegrenzende Maßnahmen vorgegeben werden. Die Betriebszeiten werden auf  6.00 bis 17.00 Uhr eingeschränkt.

11. Dezember 2007

„11.12.07 – 13.30 Uhr: sehr starker Rauch, WIND AUS N“

12. Dezember 2007

Bericht der „Lübecker Nachrichten“: Die Wahlstedter Politik hat beschlossen, dem Betrieb der mobilen Brecheranlage nicht zuzustimmen.

Diese Entscheidung werde allerdings seitens der LANU(Anm. d. Verf.: Ist hier das StUA ITZEHOE gemeint?) nicht anerkannt, da es nicht angemessen begründet sei.

12. Dezember 2007

„12.12.07, 13.30 Uhr: starker Rauch; WIND AUS NW“

13. Dezember 2007

„13.12.07 – 10.00 Uhr: Geräusch und Rauch stark“

14. Dezember 2007

„14.12.07 – 09.30 Uhr: Geräusch  und Rauch stark, WIND AUS NW; 14.30 Uhr: ebenso“

16. Dezember 2007

„16.12.07 – 08.00 Uhr: Geräusch stark; starker Geruch und starker Rauch“

17. Dezember 2007

„17.12.07  – 17.00 Uhr: Geräusch und Rauch stark, WIND AUS SO“

17. Dezember 2007

Schreiben eines Anwohners des Heidewegsan die Firma Papenburg mit der Bitte um Schadensregulierung, da dessen Fensterscheiben am Wohnhaus von Sandkörnern zerkratzt worden waren, die vom Werksgelände der Firma herübergeweht kamen.

18. Dezember 2007

„18.12.2007 – 09.00 Uhr: Geräusch und Rauch stark, WIND AUS SO“

18. Dezember 2007

Antwortschreiben des Bauamtsleiters, Herrn Köll, auf die Beschwerden der Anwohner vom 07.12.2007. Er erklärt, dass er Schreiben und Materialprobe an das staatliche Umweltamt Itzehoe (StUA) weitergeleitet hat.

2008

16. Januar 2008

„16.01.2008 – 08.15 Uhr: Geräusch sehr stark, WIND AUS S; 11.45: Geräusch sehr stark, Gestank sehr stark“

16. Januar 2008

Ein Anwohner aus dem Birkenweg schickt ans Umweltamt Itzehoe (StUA), Frau Schade, eine Aufstellung von „Beobachtungen bezüglich der Emissionen  des betreffenden Werks zur Kenntnisnahme.“  Beobachtungsort: Nordöstlich des Asphaltmischwerks Wahlstedt.

17. Januar 2008

 „17.01.2008 „09:00 Uhr: Geräusch laut, starker Zug!; 10.30 Uhr: Geräusch sehr laut;  Gestank bis in die Stadt, 13:00 Uhr – Sehr laut, starker Gestank bis in die Stadt“ WIND AUS SW

18. Januar 2008

„18.01.2008 –  08:00 Uhr: Geräusch sehr stark; starker Zug!“

24. Januar 2008

„24.01.08 – 08:30 Uhr: Geräusch sehr laut, sehr starker Gestank; 10:30 Uhr – sehr laut, starker Gestank; WIND AUS SW“

24. Januar 2008

Schreiben von Anwohnern des Heidewegs an den Bauamtsleiter, Herrn Köll, mit der Bitte um eine Erklärung, wie die Entscheidung zum gemeindlichen Einvernehmen für die Errichtung und den Betrieb einer mobilen Brechanlage zustande gekommen ist, obwohl  es  zu einer Überschreitung der Grenzwerte  gekommen ist.

25. Januar 2008

„25.01.08 – 09.30 Uhr: Geräusch sehr laut; Zug! WIND AUS S“

11. Februar 2008

Antwort des Staatlichen Umweltamts Itzehoe (StUA) auf eine Nachbarschaftsbeschwerde wegen Lärm-, Staub- und Geruchsbelästigungen durch das Asphaltmischwerk Wahlstedt.

Das Schreiben der Anwohner enthält Fragen zu Gesundheitsgefahren durch Recyclingasphalt und Aufstellung eines Bauschuttbrechers in der Kiesgrube.

Das  Landesamt für Natur und Umwelt (LANU) erklärt, dass es zu keiner Beanstandung hinsichtlich des Recyclingasphalts kam und dieser stichprobenartig überprüft wurde.

21. Februar 2008

Antwortschreiben des StUA Itzehoe (Dr. Herbig)auf eine Beschwerde eines Anwohners in der Waldstraße vom 07. Februar 2008.

Allgemeine rechtliche Grundlagen werden erörtert. Emissionsmessungen vom 16.07.2007 werden herangezogen, und es wird gefolgert:

 „Es ist ersichtlich, dass Emissionsgrenzwerte eingehalten werden.“

06. März 2008

Bericht der„Segeberger Zeitung“: „A-20-Bau gestoppt: Firma und Land streiten um 23 Millionen Euro“  – Papenburg will Nachschlag für Mehrarbeit, Land zahlt nur 3 Millionen Euro…

FIRMA PAPENBURG – 30 Unternehmen, 3000 Arbeitsplätze, 600 Millionen Euro Jahresumsatz: Die Firmengruppe GP-Papenburg zählt zu den Großen im Bauwesen. 1963 hatte Fuhrunternehmer Günter Papenburg sich im Landkreis Burgdorf (Niedersachsen) selbstständig gemacht. 2006 baute die Firma ein Asphaltmischwerk in Wahlstedt. Außerdem wird in der Nähe Kies für die A 20 ausgebeutet.“

26. März 2008

Mahnschreiben von Anwohnern des Heidewegs an die Stadt Wahlstedt bezüglich der Genehmigungserteilung für den Betrieb der Brecheranlage der Firma Papenburg, da sie noch keine Antwort erhalten haben (24. Januar 2008).

02. Mai 2008

Klagen von Anwohnern über nächtliche Ruhestörungen durch die Steinbrechanlage und Erinnerung an das Schreiben vom 24.01.2008, da eine Antwort noch aussteht.

24. Juni 2008

Antwortschreiben des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) auf eine Beschwerde eines Anwohners gegen die Mittelzentrumsholding Bad Segeberg/Wahlstedt (MZH) mit Bericht zum Bearbeitungszustand.

11. August 2008

Beschwerde eines Anwohners des Heidewegs bezüglich Bahn- und Ladeverkehr mit Klagen über stundenlange Staub- und Lärmbelästigung und unerträgliche Vibrationen durch die Dieselloks.

20. August 2008

Schreiben des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr (LBV). Er teilt das Ergebnis der eisenbahnrechtlichen Prüfung mit, welche Behörde für die Überwachung und Messung von Immissionen auf dem Gelände der Mittelzentrumsholding Bad Segeberg/Wahlstedt (MZH) zuständig ist:

„Für die Überwachung der Immissionen, die von Eisenbahnfahrzeugen und deren Betrieb ausgehen, ist der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) die zuständige Behörde.“

„Die Immissionen, die bei der Entladung entstehen, sind jedoch den Immissionen der Gesamtanlage (Asphaltmischwerk Günter Papenburg AG) zuzurechnen. Hierzu liegt die Zuständigkeit beim StUA Itzehoe…“

08. Dezember 2008

Antrag des Asphaltmischwerkes Papenburg, Wahlstedt, auf  Änderungsgenehmigung der Anlage.

2009

Februar 2009

Ankündigung einer Bürgerinformationsveranstaltung zum Asphaltmischwerk.

03. März 2009

Bürgerinformationsveranstaltung einer Bürgerinitiative von Anwohnern des Asphaltmischwerkes mit Bericht der Rechtsanwälte über die Prüfung der Genehmigungsunterlagen für das Asphaltmischwerk.

März 2009

Bericht der „Lübecker Nachrichten“ über die Ausführungen eines Fachanwaltes für Verwaltungsrecht, der feststellt, dass die Genehmigung  für das Asphaltmischwerk  „Bestandskraft“ habe, da die Widerspruchsfrist für solche Verfahren vor einem Jahr abgelaufen sei.

26. März 2009

Bericht der „Lübecker Nachrichten“: Die G. Papenburg AG hat nach 10 Jahren das Asphaltmischwerk Wahlstedt an die Unternehmensgruppe Hermann Wegener GmbH  & Co. KG  verkauft. Auch die ehemaligen OKAL-Liegenschaften und das Schürfgebiet am Stadtrand gehören dazu. Arbeitsplätze gingen nicht verloren, das vorhandene Team werde sogar auf sechs Mitarbeiter aufgestockt.

26. März 2009

Vorsorglicher Widerspruch von Anwohnern gegen nicht bekanntgemachte Baumaßnahmen auf dem Betriebsgelände des Asphaltmischwerkes.

18. Juni 2009

Schreiben des Stadtbaumeisters Köll der Stadt Wahlstedt an die Mitglieder des Ausschusses für Planung, Bau und Verkehr bezüglich der Betriebsausweitung der Firma Papenburg.

Die Stadtvertreter sollen bis zum 07.07.2009 eine Stellungnahme dazu abgeben.

Er führt aus: „Positiv zu bewerten ist, dass die angestrebten baulichen Maßnahmen im Wesentlichen der Geruchs-, Staub- und Lärmreduktion dienen.“

Er weist ferner darauf hin, dass die Aussage getroffen werde, „dass es trotz einer Kapazitätserweiterung und Verlängerung der Betriebszeit zu einer Reduktion der heute vorliegenden Lärmimmission kommen wird.“

22. Juni 2009

Schreiben von Anwohnern des Heidewegs an den Bauausschuss der Stadt Wahlstedt wegen des Änderungsantrages der Asphaltmischanlage. Ausführliche Schilderung der bestehenden Belastung durch Lärm, Gestank, Vibrationen und Staub beim Betrieb der Mischanlage und des Gleises. Bitte, dieses Schreiben der gemeindlichen Stellungnahme zur Betriebsänderung hinzuzufügen.

08. Juli 2009

Der Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr der Stadt Wahlstedt erteilt das gemeindliche Einvernehmen der Stadt Wahlstedt zur Änderungsgenehmigung des Asphaltmischwerks.

27. Juli 2009

Betriebsprüfung des Asphaltmischwerks durch das LLUR: Es wird festgestellt, dass ein Anteil der staubenden Abluft vorzeitig aus dem Bereich der Trockentrommel entweicht.

29. Juli 2009

Schreiben von Anwohnern des Heidewegs an das LLUR, in dem sie einer Änderungsgenehmigung widersprechen und dies ausführlich begründen.

30. Juli 2009

Beschwerde eines Anwohners am Heideweg über erhebliche Lärmbelästigung durch die Zugentladung. Die erhöhten Messergebnisse – mittels privatem Gerät gemessen –  werden aufgelistet.

05. August 2009

Antwortschreiben des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) an das Schreiben der Einwohner des Heidewegs vom 29. Juli 2009.

Es wird darauf hingewiesen, dass das Beteiligungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist und dass das LLUR selbstverständlich prüfen werde, „inwieweit Ihre Hinweise zu berücksichtigen sind.“ Bezüglich der Immissionen des Entladebetriebs verweist er auf die Zuständigkeit der Mittelzentrumsholding Bad Segeberg/Wahlstedt (MZH).

28. September 2009

Beschwerde von Anwohnern des Heidewegs ans Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) über massive Beeinträchtigungen durch den Entladeverkehr, auch nachts,  der stark zugenommen habe.  Die Anwohner legen Widerspruch ein gegen eine eventuell erfolgte Betriebs-Änderungsgenehmigung.

05. Oktober 2009

Antwort des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR):

Es leitet die Beschwerde an den LandesbetriebStraßenbau und Verkehr (LBV) weiter, da es sich um Immissionen öffentlicher Verkehrswege handele.

09.Oktober 2009

Antwort des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr (LBV):

Es verweist auf die rechtliche Stellungnahme im Jahr 2008 und leitet die Beschwerde zurück an das Staatliche Umweltamt Itzehoe (StUA) als zuständige Behörde.

Außerdem wurde die Mittelzentrumsholding Bad Segeberg/Wahlstedt (MZH) und die Günter Papenburg AG angeschrieben und auf die immissionsrechtlichen Bestimmungen (d. h. § 38 BImschG) hingewiesen.

16. Oktober 2009

Antwortschreiben einer Anwaltskanzlei auf die Frage nach der Zuständigkeit für den Gleisbetrieb und den Umschlag am Industriegleis. Es wird die Zuständigkeit des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) betont, auch für die Beurteilung der Zuständigkeitsfrage.

19. Oktober 2009

Genehmigung des Änderungsantrages der Firma Papenburg AG nach § 16 BImSchG. Der Änderungsantrag beruht vorwiegend auf der nachträglichen Anordnung des StUA vom 11.12.2007, welche die Sicherstellung der Regelungen und Pflichten des Genehmigungsbescheides bezweckt.

22. Oktober 2009

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) teilt den Anwohnern des Heidewegs, die gegen die Änderungsgenehmigung Widerspruch eingelegt haben, mit, dass diese Genehmigung erfolgt ist.

29. Oktober 2009

Schreiben von Anwohnern an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), in dem die Aussagen eines Fachanwalts und des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr (LBV) angeführt werden, die die Verantwortung für den Entladeverkehr ausschließlich beim Werk sehen.

Sie fordern den Sachbearbeiter auf, seine Rechtsauffassung mitzuteilen, möglichst belegt durch Gerichtsurteile bzw. Verwaltungserlasse.

09. November 2009

Schreiben den Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) an die Beschwerdeführer aus dem Heideweg:

Nach neuen Erkenntnissen bezüglich des Verladeverkehrs (ausschließliche Verladung durch Bagger und nicht mehr über Förderbänder) werde „das Verfahren“ (Anm. d. Verf.: vermutlich die Neubewertung) wieder aufgenommen.

04. Dezember 2009

Widerspruch eines Anwohners am Heideweg durch eine Anwaltskanzlei  gegen die Änderungsgenehmigung.

14. Dezember 2009

Antwort des Landesbetriebs (LBV) auf eine Beschwerde wegen nächtlicher Ruhestörung und Lärm durch den Verladebetrieb: Es wird festgestellt, dass es für eisenbahnrechtlich gewidmete Infrastrukturen keine planrechtlich vorgegebenen Betriebszeiten und Kapazitätsauflagen gibt.

Seitens der Eisenbahnaufsicht bestehe nur die Möglichkeit, die Mittelzentrumsholding (MZH) zur Prüfung aufzufordern, ob Lärmminderungsmöglichkeiten gegeben sind. Dies sei geschehen; die MZH habe mitgeeilt, dass es gelungen sei, den Baggerfahrer zu „sensibilisieren.“

2010

11. März 2010

Schriftliche Begründung des Widerspruchs der Anwaltskanzlei gegen die Änderungsgenehmigung.

20. April 2010

Stellungnahme der Anwaltskanzlei des Anlagenbetreibers zum Widerspruch eines Anwohners.

18. Mai 2010

Schreiben von Anwohnern des Heidewegs an den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV): Sie erklären ihr Unverständnis, warum in dem letzten Schreiben von den zuvor gemachten Aussagen  (Anm. d.Verf.: von 2008?) bezüglich der Verantwortung für den Entladeverkehr abgewichen wird und fügen Lärm-Messergebnisse bei.

2012

11. März 2012

Matthias-Christian Bonse wird für sechs Jahre in das Amt des Bürgermeisters der Stadt Wahlstedt gewählt. Er wird im Spätsommer Herrn Sven Diedrichsen ablösen.

01. September 2012

Beginn der Amtszeit von Bürgermeister Bonse.

2017

30. März 2017

Beschwerdebrief von Anwohnern des Heidewegs an die Stadtverwaltung Wahlstedts wegen Staub-, Lärm- und Gestanksbelästigung durch das Asphaltmischwerk.

10. April 2017

Antwortschreiben der Stadt Wahlstedt: Die Beschwerde wurde an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) weitergeleitet und der Ansprechpartner mitgeteilt.

2018

Februar 2018

Gründung der INITIATIVE WAHLSTEDT.

06. Mai 2018

Bürgermeister Bonse wird durch Wiederwahl für weitere sechs Jahre im Bürgermeisteramt bestätigt.

20. Mai 2018

Erste Meldung ins IMMISSIONSKATSTER WAHLSTEDT der www.initiative-wahlstedt.de .

Ab Juli 2018 erfolgen immer wieder Meldungen zu Immissionen aus Richtung des Asphaltmischwerks Wegener, die auf die Website gestellt und an die Stadt weitergegeben werden.

23. August 2018

Eine Betriebsprüfung des LLUR beim Asphaltmischwerk Wahlstedt ergab folgenden Sachverhalt:

  1. Unnötiger Lärm durch Radladerschaufel
  2. Erhebliche Mengen an Staub wurden durch die Kehrmaschine aufgewirbelt
  3. Staubbelastete Abgase wurden aus der Trockentrommel gedrückt – also technische Umbauten sind erforderlich
  4. Mineralstoffe müssen in den Lagerboxen gelagert werden und nur auf den genehmigten Flächen
  5. Rhythmische Scheppergeräusche werden moniert  –vermutlich verursacht vom Brechwerk

29. August 2018

Email-Beschwerde eines Bürgers über Dreck und Lärm an den Umweltausschuss der Stadt Wahlstedt mit Bitte um Nennung eines Ansprechpartners für das Problem.

Nach Rücksprache des Ausschussmitglieds mit Bürgermeister und Bauamt wird das Umweltamt des Kreises in Bad Segeberg genannt.

Beginn der Probennahme vom Gartentisch eines Anwohners.

13. September 2018

Treffen mit Herrn Bürgermeister Bonse und dem Leiter des Bauamtes, Herrn Maaß.

Der Anwohner hat die gesammelten Staubproben von seinem Gartentisch mitgebracht und um Bestimmung der aufgenommenen Stoffe und um Abhilfe gebeten. Vor allem die glitzernden Partikel machen ihm Sorge. Beide Herren sehen ein, dass es so nicht weitergehen kann.

Der Anwohner nimmt weiterhin täglich Schmutzproben von seinem Gartentisch.

04. Oktober 2018

Anwohnerschreiben an das Bauamt Wahlstedt, das Umweltamt des Kreises, das Gesundheitsamt des Kreises, das Staatliche Umweltamt (StUA) Itzehoe. Schilderung der Belastungen durch das Asphaltmischwerk.

Umweltamt des Kreises Segeberg: Abgabebescheid an das LLUR; Bauamt Wahlstedt: Herr Maaß möchte eine Luftmessstation im Garten des Anwohners aufstellen; dieser ist einverstanden.

41. Kalenderwoche 2018

Absprache unter einigen Nachbarn des Heidewegs. Man gibt ein Gutachten zur Zusammensetzung des Schmutzes in Auftrag. Die Kosten werden geteilt.

Am 11. Oktober 2018 erfolgt die Wischprobenentnahme durch Eurofins Umwelt Nord GmbH, Hamburg.

17. Oktober 2018

Der Bauamtsleiter, Herr Maaß, bietet die Möglichkeit, an einer Betriebsbegehung des Asphaltmischwerks teilzunehmen. Herr Langehein von Firma Wegener hat dabei u.a. darauf hingewiesen, dass ab 2019 die Produktion ausgeweitet und dann täglich je ein Zug mit ca. 48 Waggons Mischmaterial anliefern wird.

42. Kalenderwoche 2018

Herr M. (LLUR Lübeck) hat wegen einer an ihn weitergeleiteten Beschwerde bei einem Anwohner angerufen:

 „Er sagt, dass wir mit den Emissionen leben müssten, da wir ja schließlich in einem Industriegebiet wohnen.“

Anmerkung des Anwohners: „Das ist falsch. Unser Haus steht in einem reinen Wohngebiet.“  FAKT: Das Werk steht in einem Gewerbegebiet (Klassifizierung: „GE“), nicht Industriegebiet „GI“).

Die Installation einer Luftmesseinrichtung wäre nach Meinung des LLUR nicht notwendig.

28. Oktober 2018

Das Ergebnis der untersuchten Staubproben vom 11. Oktober:

„Sie enthalten Naphthalin (die glitzernden Partikel!), Acenaphten, Fluoren, Phenanthren und Fluoranthen mit Werten oberhalb der gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte.

Wir und ca. 10 weitere Bürger haben deshalb Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.“

30. November 2018

Feuerwehreinsatz am Vormittag:Auf dem Freigelände des Asphaltmischwerks lagert ein qualmender, stinkender Asphaltberg. Noch drei Tage später schwelt und stinkt der Haufen.

06. Dezember 2018

Schreiben der Anwohner an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) mit Fragen bezüglich der Mischzeiten und –mengen sowie Auflagen und wie Anwohner (auch der nur ca. 215 Meter entfernte Kindergarten!) künftig vor den vom Werk ausgehenden Emissionen geschützt werden sollen.

„Die Antwort enthielt die relevanten Gesetzestexte und dass den Staubemissionen entgegengewirkt werden solle durch Lagerung der Betriebsstoffe in teilweise geschlossenen Boxen, usw. Also genau die Dinge, die bei der Betriebsprüfung des LLUR im August 2018 moniert wurden und abgestellt werden sollten. Das ist bis heute nicht geschehen!“

Das i-Tüpfelchen ist die Aussage,  

…“dass unzuverlässige Mitarbeiter sowie nicht zu erwartende bzw. nicht erkannte Störungen an einer Anlage nicht vollständig auszuschließen sind. “

Anmerkung des Anwohners: „Eine sach- und fachkundige Fima muss ihr Personal entsprechend einweisen und die Einhaltung der Anweisungen durchsetzen, die Anlage bei auftretenden Störungen bis zur Beseitigung stilllegen und nicht mit defekten Filtern über Wochen hinaus weiter betreiben. Wenn das nicht geschieht, sind die überwachenden Behörden u.E. in der Pflicht,  dem nachzugehen und entsprechend zu handeln. Die Probleme waren bekannt, wir haben uns oft genug beschwert.“

2019

18. Januar 2019

Langer Brief  von Anwohnern an die Stadt Wahlstedt mit der Bitte um Abhilfe von Lärm- und Staubbelästigung beim Entladen der per Bahn angelieferten Mineralstoffe. Laut Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) wird das Industriegleis für die Belieferung des Werkes per Bahn von den Stadtwerken Wahlstedt betrieben. Diese seien hiermit für die Minimierung der beim Entladen auftretenden Lärm- und Staubemissionen zuständig.  Daraufhin erfolgte diese immer und immer wieder gehörte Aussage: „Die Stadt ist mit allen Beteiligten im Gespräch.“

31. Januar 2019

Bericht auf der Website der INITIATIVE WAHLSTEDT über sinnvolles Recycling von Glas, Schrott und Asphalt. Ausführlich wird auf die von der INITIATIVE recherchierten Mängel des Werkes Wegener hingewiesen.

07. Februar 2019

Bericht der „Lübecker Nachrichten“  über das Asphaltmischwerk Wahlstedt. Anwohner des Werkes beklagen sich seit langer Zeit über Dreck, Gestank und Lärmvom örtlichen AMW. Sie fühlen sich durch die ständigen Belastungen gebeutelt, von den Behörden im Stich gelassen und haben sogar ein Gutachten finanziert, jedoch ohne Erfolg.

Der Gutachter stellte fest, dass im untersuchten Staub u.a. Spuren von Naphthalin gefunden wurden, das als krebserregend gilt.

Die aufsichtführende Behörde (LLUR) kommt zum Ergebnis, dass vom Werk „keine erheblichen Belastungen“ für die Bürger ausgehen.

03. März 2019

Schreiben von Anwohnern an Minister Albrecht als Leiter des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) mit Schilderung der Geruchs-, Staub- und Lärmemissionen durch das Werk und Fragen nach der Rechtmäßigkeit derartiger Belastungen.

11. März 2019

Bericht der „Lübecker Nachrichten“ über das Asphaltmischwerk Wahlstedt.

Es sei zu laut, zu dreckig, und es stinke zudem; seit Langem fühlten sich die Bewohner aus einem Wohngebiet in der Nähe des Gewerbegebiets Dr.-Hermann-Lindrath-Straße extrem belästigt. Protestierende Bürger kritisieren, es würden keine Überprüfungen vom realen Betrieb, sondern unter Laborbedingungen vorgenommen. Der Vorsitzende des Sozialausschusses fordert die Einrichtung einer Messstation, damit Kinder des angrenzenden Kindegartens nicht unnötig gefährdet würden. Die Stadt müsse dringend aktiv werden und auf die aufsichtführende Umweltbehörde einwirken.

Die Einwohner grause es schon vor der Zeit, wenn das Werk nach der Winterpause den Betrieb wieder aufnehme.

14. März 2019

Überprüfung des Asphaltmischwerks durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

03. April 2019

Antwortschreiben des Ministeriums (MELUND) mit allgemeiner Darstellung der Stellungnahmen des LLUR und der Stadt Wahlstedt. Auf Einzelheiten wird nicht eingegangen und an das LLUR verwiesen.

18. Juni 2019

Die Stadt Wahlstedt erklärt ihr gemeindliches Einvernehmen zum Antrag  auf Änderungsgenehmigung des Asphaltmischwerkes Wegener bezüglich der Ausweitung der Lagerkapazität von Rohstoffen auf dem Firmengelände (um ca. 3600 Quadratmeter).

Der Beschluss erfolgt durch den Bürgermeister, und in der Folgezeit wird dies nicht öffentlich mitgeteilt.

Auf Anfrage erteilt die Kommunalaufsicht des Kreises Segeberg folgende Auskunft:

„Sehr geehrte…

 zu Ihrer Frage habe ich mit der Stadt Wahlstedt gesprochen und die Hauptsatzungsregelungen hinzugezogen. Die Zuständigkeiten hinsichtlich der Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens sind wie folgt in der Hauptsatzung geregelt:

§ 9 Abs. 2 n) Hauptsatzung: Die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister entscheidet ferner über: n) Erteilung oder Versagung des gemeindlichen Einvernehmens nach § 36 BauGB, sofern dies nicht dem Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr übertragen ist.

§ 10 Abs. 2 d) Hauptsatzung: Dem Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr werden folgende Aufgaben übertragen: d) Beschlüsse über das gemeindliche Einvernehmen gem. § 36 BauGB im Zusammenhang mit Ausnahmen und Befreiungen gemäß § 31 BauGB und Vorhaben während der Planaufstellung gemäß § 33 BauGB.

 Das gemeindliche Einvernehmen wurde daher durch den Bürgermeister erteilt… „

(Das Original dieses Schreibens liegt uns vor.)

KOMMENTAR: Diese Vorgänge finden statt in einem Zeitraum, in dem Anwohner Beschwerden über Belastungen durch den Werksbetrieb klagen und in Ausschusssitzungen ihre Empörung darüber zum Ausdruck bringen. Politiker bekunden Verständnis, beteuern aber immer wieder ihre Nicht-Zuständigkeit.

Das Baugesetzbuch (BauGB) ermöglicht es einer Kommune, gegebenenfalls das gemeindliche Einvernehmen aus bestimmten Gründen zu versagen; hiervon hat die Stadt Wahlstedt aber keinen Gebrauch gemacht:

„ …Eine Versagung des gemeindlichen Einvernehmens ist nur rechtmäßig, wenn sich dies aus den in den §§ 31, 33 – 35 BauGB angegebenen Gründen ergibt.

Dabei ist zu beachten, dass es sich in folgenden Fällen um eine Ermessensentscheidung der jeweiligen Gemeinde handelt: …

  • wenn Gründe des Wohls der Allgemeinheit die Befreiung erfordern…
  • wenn die Durchführung des Bebauungsplans zu einer offensichtlichen Härte führen würde
  • wenn die Abweichung auch unter Würdigung nachbarlichen Interessen mit den öffentlichen Belangen vereinbar ist…

In diesen Fällen hingegen hat die Gemeinde keinen Ermessensspielraum: …

  • wenn sich das Bauvorhaben in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt, wobei das Ortsbild nicht beeinträchtigt werden und die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse gewahrt werden müssen
  • wenn öffentliche Belange dem Bauvorhaben nicht entgegenstehen
  • wenn die Ausführung eines Bauvorhabens öffentliche Belange nicht beeinträchtigt…

Eine Gemeinde ist zur Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens verpflichtet, wenn die hierfür notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Der diesbezügliche Beschluss wird vom Gemeinderat getroffen.

…Wurde das gemeindliche Einvernehmen einmal erteilt, so ist es für die betreffende Gemeinde bindend…

In der Praxis kommt es gelegentlich vor, dass eine Gemeinde das gemeindliche Einvernehmen versagt, ohne dass diese Entscheidung rechtmäßig wäre. Ist dies der Fall, so kann gemäß § 36 Abs. 2 S. 3 BauGB die Kommunalaufsichtsbehörde das gemeindliche Einvernehmen ersetzen.

Zu beachten ist, dass es sich bei dem gemeindlichen Einvernehmen nicht um einen Verwaltungsakt handelt, da ihm die hierfür notwendige Außenwirkung fehlt. Demzufolge ist eine Entscheidung der Gemeinde über das gemeindliche Einvernehmen nicht mit einer Anfechtungsklage angreifbar. Ebenso wenig kann es mithilfe einer Leistungsklage erzwungen werden.

Somit bleibt einem Antragsteller nur die Möglichkeit, gegen die Versagung einer Baugenehmigung aufgrund nicht erteiltem gemeindlichen Einvernehmen beim zuständigen Rechtsträger der Bauaufsichtsbehörde Klage auf Erteilung einer Baugenehmigung einzureichen. Gibt die zuständige Behörde dieser Klage statt, so wird das fehlende gemeindliche Einvernehmen durch dieses Urteil ersetzt. Dies hat zur Folge, dass die zuständige Bauaufsichtsbehörde die Baugenehmigung erteilen muss [VerwG Schleswig, 31.08.2007, VG Schleswig 12 A 51/06].

Nun ist es allerdings auch so, dass die Gemeinde wiederum gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen darf….“

Quelle: https://www.juraforum.de/lexikon/gemeindliches-einvernehmen  (28.01.2020)

Wir legen Wert auf die Feststellung, dass wir keine Juristen sind und somit keine abschließende fachliche Bewertung abgeben können, wie die entsprechenden Gesetze auszulegen sind. Uns treibt jedoch die Frage um, welche gesetzlichen Möglichkeiten eine Kommune hat, die  – wie in diesem Fall –  Gefahren von ihren Bürgern abzuwehren hat, indem sie das gemeindliche Einvernehmen verweigert.

11.Juli 2019

Öffentlicher Vortrag (Begegnungsstätte Wahlstedt) eines Experten über die Belastungen durch Asphaltmischwerke, auf Einladung der INITIATIVE WAHLSTEDT (auch Organisator und Kostenträger)

27. August 2019

Schreiben von Bürgern an das LLUR (Herrn Hans M.) mit umfangreichen Beschwerden und Fragen zum Asphaltmischwerk Wahlstedt, das bis heute, trotz Erinnerungsschreibens vom 11.12.2019, nicht beantwortet wurde:

 „Betreff: Asphaltwerk Wahlstedt…

Sehr geehrter Herr M.,                                                                  

 zu Ihrem oben genannten Schreiben nehmen wir wie folgt Stellung und führen zugleich hiermit Beschwerde an:

1.    TA LUFT – BEURTEILUNGSGEBIET

Bereits in Ihrem Schreiben vom 27.03.2019 erwähnten Sie, Belästigungen unseres Grundstücks durch die strittige Asphaltmischanlage in Wahlstedt / Industriestraße „…sind daher für Ihr Anlagengrundstück mit Sicherheit auszuschließen“. Anhand der aktuellen Kaminhöhe (36m) des Werkes ergibt dies Gemäß TA Luft 4.6.2.5 von Schornsteinhöhe x 50 gleich einem Radius von 1,8 km für ein zu berücksichtigendes Beurteilungsgebiet zur Schadstoffausbreitung der Anlage. Für das Asphaltwerk umfasst dieser Radius vollständig das gesamte Wahlstedter Stadtgebiet. Dass dies nicht nur theoretisch so ist, haben wir selbst und andere Betroffene auch nach dem 21.8.2019 noch deutlich wahrgenommen.

2.    BEREITSTELLEN VON EINSATZSTOFFEN

Die Festlegungen des Genehmigungsbescheides besagen eindeutig: „Täglich zum Betriebsende ist der Lagerplatz zu räumen und die Oberfläche zu reinigen.“ (Betriebsgenehmigung vom 19.10.2009). Wir monieren ausdrücklich, dass durch das Lagern auf den oben genannten Flächen, sowie auf benachbarten Grundstücken (u.a. Behindertenwerkstatt vorn sowie auch hinten, neben dem Gleis) gegen diese Nebenbestimmungen des Genehmigungsbescheides verstoßen wird.

Dass das Bereitstellen von Einsatzstoffen „kein Lagern“ darstellt, somit nach Ihren Aussagen keinem gesetzlichen Regelwerk zum Schutz der Anwohner unterliegt, dies ist von Ihnen zu belegen.

3.    VORSORGEMAßNAHMEN

Abgesehen davon, dass der EuGH in mehreren Urteilen den Vorsorgenormen durchaus Drittschutz zuspricht, und dass die von Ihnen aufgezählten Vorsorgemaßnahmen zu den Betreiberpflichten gehören, sowie dies ausdrücklich einzuhaltende Bestandteile der gültigen Betriebsgenehmigung sind, ist es die Aufgabe des LLUR, die Erfüllung der Vorsorgemaßnahmen rechtlich durchzusetzen – diese nicht zu verzögern oder gar zu verschleppen.

 Nach unseren Erfahrungen vor Ort scheint Ihnen dies als Aufsichts- und Überwachungsbehörde nur unzureichend zu gelingen – sonst würde es diese wiederholten Mängelberichte zum Betrieb der Anlage nicht geben.

4.    BERICHTE VON ANWOHNERN

      Sie schreiben, dass Anwohner von „zurückgegangenen Belastungen“ berichten. Bis dato hat uns kein einziger Betroffener Ihre Behauptung bestätigt – im Gegenteil, es häufen sich weiterhin Beschwerden über aktuelle Umweltbelastungen, insbesondere über Lärm und Gestank durch den aktuellen Betrieb der Asphaltanlage.

5. PLANUNG VON MINERALSTOFFBOXEN / WASSERBEDÜSUNGSEINRICHTUNGEN

 Ihrem Prüfbericht vom 23.08.2018 ist zu entnehmen, dass die Mineralstoffe nur innerhalb der Lagerboxen gelagert werden dürfen. Warum konnte das Werk in diesem Jahr wieder in Betrieb gehen, ohne dass diese Auflagen des LLUR erfüllt wurden? Die benötigten Lagerboxen hätten vor der Inbetriebnahme in diesem Betriebsjahr vorhanden sein müssen – was ausdrücklich nicht der Fall war!

  Den jetzt zugesagten Verbesserungen seitens des Betreibers (Mineralstoffboxen, Installation von Wasserbedüsungsboxen) sehen wir mit großer Skepsis entgegen.

Bisher wurde lediglich beobachtet, dass Lagerboxen sporadisch per Gartenschlauch nur unzureichend besprenkelt wurden. Ferner verteilte ein Radlader mittels seiner Schaufel punktuell Wasser auf den riesigen Freiflächen. Es sollte nachvollziehbar sein, dass bei den derzeitigen hohen Temperaturen die Methode „Gartenschlauch“ keine Einhaltung von Betriebsauflagen erfüllt und Anwohner unzureichend vor den Stäuben geschützt werden.

6.    „KEINE SCHÄDLICHEN UMWELTEINWIRKUNGEN“

Wenn für den laufenden Betrieb des Asphaltwerkes in Wahlstedt „nicht ständig alle Vorsorgemaßnahmen durchgeführt werden“ (siehe Aussage Ihres o.g. Schreibens), so liegt hier eindeutig eine Verletzung der Betreiberpflichten vor!

Die Sicherstellung dieser Durchführung obliegt dem LLUR. Das LLUR muss die Gesundheit der Bevölkerung / Anwohner schützen, indem es die Betreiberpflichten inkl. der Genehmigungsauflagen durchsetzt. Über die schädlichen Bestandteile von heißen Asphaltgasen mit PAK-Bestandteilen und den Risiken von Feinstaubbelastungen brauchen wir Sie doch wohl nicht auch noch zu belehren.

7.     ENTLADEBETRIEB AM BAHNGLEIS

In der Betriebsgenehmigung vom 30.03.2006 (Itzehoe, AZ 202/208/KA Genehmigungsnummer G10/2006/003) wird der Eisenbahnumschlag in den Nebenbestimmungen eindeutig als Nebeneinrichtung dem Asphaltmischwerk zugewiesen.

Bei der Betriebserweiterung am 19.10.2009  heißt es entgegen der Genehmigung aus 2006 dann widersprüchlich: „Der Betrieb des Industriegleises und die damit verbundenen Betriebstätigkeiten sind nicht Bestandteil dieser Genehmigung“. Defacto bedeutet dies, dass sich seit diesem Zeitpunkt das LLUR aus der Verantwortung der immissionsschutzrechtlichen Überwachung für den Entladebetrieb des Gleisanschlusses zurückgezogen hat.

Die stark staubende und lärmende Gleis-Entladung findet seitdem zur Belieferung des Asphaltwerkes ohne immissionsschutzrechtliche Überwachung statt.

Als Betreiber der Industriegleisanlage geht die Stadt Wahlstedt (EWS) bislang davon aus, nicht für den Entladebetrieb zuständig zu sein. Diese Ungereimtheiten des behördlich ungeregelten Gleis-Entladebetriebes für stark staubende und lärmende Lieferungen von Einsatzstoffen für das Asphaltwerk Wahlstedt gehen eindeutig zu Lasten der Anwohner.

 Ob diese Vorgehensweise der Behörde rechtlich so zulässig ist, können wir Anwohner jedoch nicht beurteilen.

 Damit es zu einer baldigen Lösung und zu einer Entscheidungsfindung der Zuständigkeit einer Behörde für einen sachgerechten, und zu überwachenden Betrieb kommt, werden wir Strafanzeige erstatten, um diesen rechtslosen Zustand möglichst bald beenden zu lassen. Hierdurch hoffen wir, dass eine juristische Befassung dem ständigen Hin- und Herschieben zwischen den sich als nicht zuständig erklärenden Behörden auf einer höheren Landesebene ein baldiges Ende bereiten wird.

 Uns ist klar, dass wegen hoher Kosten für Schutzmaßnahmen alle Beteiligten den „Schwarzen Peter“ gerne weiterreichen. Hierbei geht es jedoch nicht nur allein um Lärm, sondern ebenfalls auch um eine erhebliche und gesundheitsgefährdende Staubentwicklung über den Gleisbetrieb. Da an diesem Gleisanschluss bislang weder Staub- noch Schallimmissionen vom LLUR berücksichtigt, noch diese vom

Anlagenbetreiber gemessen wurden, halten wir Ihre Aussage für unzutreffend, dass die „Schallimmissionen (nicht) zu erheblichen Beeinträchtigungen in der Nachbarschaft führen“.

 Während der Entladung des Güterzuges können Anwohner über acht Stunden ihre Gärten nicht benutzen, verbringen diese den gesamten Tag hinter verschlossenen Türen und Fenstern im Haus. Dies muss sehr wohl als „erhebliche Beeinträchtigungen“ bezeichnet werden, die innerhalb einer Woche durch die Gleisanlieferungen mehrmals die Lebensqualität der Anwohner massiv beeinträchtigt sowie deren Gesundheit schädigt.  

8.    NEUGENEHMIGUNGSVERFAHREN

Sie merken an, die Wohngrundstücke im Heideweg befänden sich in einer „Gemengelage“ des Bebauungsplans, weil es sich dort nach Ihren Aussagen nach um ein „Mischgebiet“ handele, bei dem der Schutzanspruch entsprechend auf „60 dB(A) festgesetzt werden müsste“.

 Auf Grundlage der gültigen Bebauungspläne der Stadt Wahlstedt wird dies angezweifelt.

 Das Wohngebiet mit den betroffenen Anwohnern war vor der Inbetriebnahme des Asphaltwerkes in Wahlstedt ansässig. Ein Bebauungsplan wurde erst nachträglich beschlossen – zum Nachteil der Anwohner.

Dieses heutige „Mischgebiet“ müsste dann auch für betroffene, weiter entfernte Bereiche von Anwohnern ermittelt werden (u.a. Hans-Dall-Straße, Holunderweg, Wacholderweg, Birkenweg usw.) Dieser Schutzanspruch wurde seinerzeit von den Bewohnern über den Bebauungsplan gerichtlich erstritten.

9.    UNDICHTIGKEITEN / KALTZUGABE / ABGASVENTILATOR

Bereits bei der Betriebsgenehmigung am 19.10.2009 wurde die Genehmigung ausdrücklich nur unter der Auflage erteilt, die Abgase der Trockentrommel und der Mischanlage sowie weiterer Nebeneinrichtungen insgesamt zu erfassen, abzusaugen, sowie die gereinigten Abgase über den vorhandenen Schornstein abzuführen. Es sollte somit die vollständige Abführung aller Betriebsgase über den Schornstein sichergestellt und nachgewiesen werden. In ihrem Betriebsprüfungsbericht vom 23.08.2018 heißt es dazu: „Es ist durch technische Umbauten sicherzustellen, dass die Abgase sicher über den Schornstein in die Atmosphäre abgeleitet werden“. Somit wurde diese Genehmigungsvoraussetzung bis heute nicht sachgerecht umgesetzt, wäre der dauerhafte Betrieb zu versagen.

 Wenn Sie heute einräumen, dass dies nach Ihrer schriftlichen Bemängelung nach bereits einem vergangenem Jahr immer noch nicht geschieht, entfällt unseres Erachtens eine der wichtigsten Voraussetzungen für den laufenden Betrieb des Asphaltwerkes.

Wir fordern Sie daher auf, dieses Werk sofort und umgehend stillzulegen, bis die vom Landesumweltamt in der Betriebsgenehmigung geforderten technischen Voraussetzungen alle erfüllt sind.

 Stattdessen räumten Sie über Ihren Mängelbericht aktuell erneut Störungen im Betriebsablauf sowie ein wiederholtes Fehlverhalten des Anlagenpersonals ein, was wiederum zu einer erheblichen Gefährdung des gesamten Stadtgebiets führte.

 Die seit Jahren von Ihnen festgestellten Undichtigkeiten im Bereich der Trockentrommel und an anderen Stellen innerhalb der Anlage sind nicht tolerierbar, auch wenn Sie diese als „bei vielen Anlagen bekannt“ verharmlosen. Bekannt ist ebenso über die Fachliteratur, dass gerade Abgase aus älteren Recyclingmaterialien stinkende und umweltgefährdende Stoffe wie u.a. PAK enthalten.

 Ihre Aussage, „Das LLUR beabsichtigt, die Kaltzugabe…“zu untersagen“, sowie „dem Betreiber wurde bis zum 01.10.2019 Gelegenheit gegeben, sich zu äußern“, diese Aussage empfinden wir als betroffene Anwohner als unglaublich! Warum unterbinden Sie eine derartige Betriebsweise nicht sofort, sondern warten bis zum Produktionsende im Herbst, muten der Bevölkerung weitere Belastungen zu und erlauben dem Werk, dieses gesetzeswidrige Handeln fortzusetzen? Wird hier der Störfall zum Normalzustand erklärt?

 Wir sind entsetzt über Ihre Aussagen und über Ihre Vorgehensweisen und werden diese über eine Anzeige juristisch klären lassen.

10.                   GERUCHSQUALITÄTEN

Ihre Beurteilung der Gerüche, die wir Anwohner weiterhin über den Anlagenbetrieb ertragen müssen, teilen wir aufgrund unserer gegenteiligen Erfahrungen mit dem Asphaltwerk nicht. Wenn Anwohner die anhaltend stinkenden Abgase des Asphaltwerkes in Wahlstedt als „Ekelerregend und zum Brechreiz führend“ bezeichnen, so sind dies ernst zu nehmende Bezeichnungen von Betroffenen. Diese Aussagen sind in Berichten auch aus anderen Standorten bestätigt worden.

Dass Sie Ihre Empfindungen über die von betroffenen Anwohnern stellen, ist ungehörig und lässt auf wenig Sensibilität im Umgang mit den Betroffenen schließen.

 Den ganzen Tag bei diesen heißen Temperaturen nicht den Garten nutzen zu können, stattdessen Fenster und Türen geschlossen zu halten, die Kinder im Hause zu lassen oder gezwungen zu sein, diese anderweitig unterzubringen, stellt eine erhebliche Belastung sowie eine anhaltende Nutzungseinschränkungen der Anwohner dar.

 Nur weil es der Gesetzgeber erlaubt, die Geruchszeiten auf einen theoretisch möglichen ganzjährigen Betrieb umzurechnen und es dadurch zulässt, dass der saisonale Betrieb der Asphaltanlage schöngerechnet werden kann, können Sie davon sprechen, dass es „keine erhebliche Geruchsimmissionen in dieser Anlage gibt.“

 Sie stellen in Aussicht, dass die jährliche Geruchshäufigkeit sinken wird.

 Wir fordern Sie hiermit auf, dafür Sorge zu tragen, dass dies sofort passiert und nicht wieder aufgeschoben – und weiterhin über Jahre vom LLUR toleriert wird und nichts geschieht. Es ist Ihre Aufgabe, den Gesetzen zum Schutz der Bürger Geltung zu verschaffen.

 Die Stadt Wahlstedt, die politischen Gremien, das MELUND, die Presse und weitere Beschwerdeführer erhalten ebenfalls diese Email zur Kenntnis überstellt.

 Zu den betrieblichen Ungereimtheiten der Materialanlieferungen für das Asphaltwerk Wahlstedt über das Industriegleis fordern wir weiterhin eine Informationsveranstaltung der Stadt Wahlstedt unter Beteiligung des Landesumweltamtes und der Stadtwerke Wahlstedt baldmöglichst hiermit ein.

 Ihre Antwort erwartend mit freundlichen Grüßen…“

30. August 2019

Bürger erstatten Anzeigen beim Polizeirevier Bad Segeberg, u.a. gegen die Stadt Wahlstedt (als Teilhaber der Stadtwerke Wahlstedt).  Die Akte wird geprüft und weitergeleitet an die Staatsanwaltschaft Kiel (Vorgangsnummer 549 033).

05. September 2019

Fachaufsichtsbeschwerde von Anwohnern an das LLUR in Flintbek, Dezernatsleiter F. Meinert, und Lübeck, Dezernatsleiter F. Ludwigh, wegen Nichtheilung eines erheblichen Mangels und wegen Untätigkeit.

06. September 2019

Zuschrift eines Wahlstedter Bürgers an die INITIATIVE WAHLSTEDT:

„Wieder einmal ist es durch den widerlichen Gestank nach Teer (und sonstigem undefinierbarem Irgendetwas) nicht möglich, einfach nur seine Wohnräume zu lüften. Lebensqualität in Wahlstedt: Gleich Null! Vom Lärm bei der Zugentladung durch augen- und ohrenscheinlich unfähiges Personal brauchen wir gar nicht zu reden. Die Stadt Wahlstedt muss sich schämen, was hier den Bürgern zugemutet wird!“

11. September 2019

Das LLUR erteilt dem Asphaltmischwerkdie Änderungsgenehmigung zur Ausweitung der Lagerkapazität.  Die Bürger sind ahnungslos, weil das gemeindliche Einvernehmen hierzu am 18. Juni 2019 erteilt (vgl. obigen Eintrag, 18. Juni 2019) und nicht kommuniziert wurde.

Gleichzeitig  erzählen Politiker den Bürgern, man sei „im Gespräch“ mit den „zuständigen Behörden“, sei aber als Stadt nicht zuständig und könne nichts bewirken.

30. September 2019 und 18. Oktober 2019

Berichte der „Lübecker Nachrichten“ über das AMW Wahlstedt. Anwohner fühlen sich wegen immer wiederkehrender Immissionen (Lärm, Staub, Gestank) im Stich gelassen und sind aufgebracht.

Die „Initiative für ein lebenswertes Wahlstedt“ habe hier kräftig mitgemischt, unhaltbare Behauptungen aufgestellt, Anzeige erstattet und eine Fachaufsichtsbeschwerde in Gang gesetzt. Für die geplante Erweiterung der nahegelegenen Kindertagesstätte verhängten die Lokalpolitiker vorsorglich eine Veränderungssperre. Dadurch seien eingeplante Fördermittel von ca. 300.000 Euro  verlorengegangen.  Von Anwohnern geforderte Schadstoffmessungen ließen auf sich warten.  Der Geschäftsführer des Werks bestreitet gefährliche Immissionen durch das Werk.  Geruch von Teer und Gummi kämen nicht aus seinem Betrieb.Die Stadt wolle nun mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) kooperieren, um Verbesserungen für die Anwohner zu erreichen.

25. November 2019

Begehung des Asphaltmischwerkes Wahlstedt – bei laufendem Betrieb –  nur zehn schriftlich angemeldete Bürger waren eigentlich offiziell zugelassen, erschienen waren einige mehr, vor allem aber Vertreter aus Politik und Verwaltung.

Der Geschäftsleiter und der Mischmeister beantworten sehr kurz einzelne Fragen. Viele Fragen bleiben unbeantwortet, manche werden geflissentlich überhört.

26. Oktober 2019

Die INITIATIVE WAHLSTEDT beichtet auf ihrer Website über gummimodifizierten Bitumen und Gerüche, die bei dessen Produktion entstehen.  Grund: Immer wieder gibt es Beschwerden von Anwohnern über Gestank nach verbranntem Gummi.

28. Oktober 2019

Die INITIATIVE WAHLSTEDT berichtet auf ihrer Website in einem Artikel über Teergeruch in Wahlstedt. Grund:Immer wieder gibt es Beschwerden von Anwohnern über Gestank nach Teer.

29. November 2019

Kurzmeldung auf der Website der INITIATIVE WAHLSTEDTüber eine übelriechende, schwelende  Halde Asphalts, die nach Betriebsschluss auf dem Freigelände des Asphaltmischwerks lagert.

Dezember 2019

Gründung der Bürgerinitiative  BÜRGERPROTEST ASPHALTMISCHWERK WAHLSTEDT (https://www.buergerprotest-asphaltmischwerk-wahlstedt.de ) und Auftragsvergabe  – in Kooperation mit der INITIATIVE WAHLSTEDT – für eine Expertise über die örtlichen Belastungen durch die Hermann Wegener & Co KG.

 Zufällig erfahren Bürger von der Existenz einer benachbarten Tochterfirma HWB, die Baustoffe vertreibt und das Industriegleis ebenfalls nutzt.

18. Dezember 2019

Antwort des Direktors des LLUR auf Schreiben einiger Bürger.

Die verschiedenen Beschwerden Betroffener gegen den Sachbearbeiter Hans M. würden zusammengefasst und dann an das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) weitergeleitet, von dort erhalte man dann eine Nachricht.

19. Dezember 2019

Antwortschreiben vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) an beschwerdeführende Anlieger wegen Beschwerden bezüglich immissionsschutzrechtlicher Überwachung des Industriegleises Wahlstedt:

1. Klarstellung, dass dieses vorliegende Schreiben keine Anerkennung der Verantwortlichkeit hinsichtlich der Überwachung darstelle. Eine abschließende Klärung der behördlichen Zuständigkeiten stehe noch aus.

2. „Die Eisenbahnaufsichtsbehörde…“ (Anm. d. Verf.: LBV)  „…hat die Stadtwerke Wahlstedt, als Betreiber der Eisenbahninfrastruktur bereits mit Schreiben vom 14.06.2010, 20.09.2010, 18.10.2010 sowie vom 08.03.2011 aufgefordert, eine lärmtechnische Untersuchung durchzuführen. Dies ist bis heute nicht erfolgt.

Nach einem Treffen vor Ort am 20.11.2019 sowie einer weiteren Aufforderung durch die Eisenbahnaufsichtsbehörde vom 05.12.2019 erklärten sich die Stadtwerke bereit, ein Lärmgutachten zu beauftragen.

Für das Ergebnis dieses Gutachtens sowie der gegebenenfalls daraus resultierenden Maßnahmen wenden Sie sich bitte an die Stadtwerke Wahlstedt.“ 

2020

Januar 2020

Anfragen besorgter Bürger an den LBV, Stadtwerke Wahlstedt sowie die Stadt Wahlstedt zur Präzisierung der geplanten  Lärmprüfungen und Forderung nach Prüfung der Staubemissionen durch das Werk und seine Tochterfirma beim Gleisbetrieb und auf dem angrenzenden Gelände.

11. Januar 2020

Ankündigung der Expertise über das Asphaltmischwerk und Bekanntgabe eines Vortragstermins und einer Pressekonferenz.

12. Januar 2020

Die Website www.bürgerprotest-asphaltmischwerk-wahlstedt.de geht online, erste Flyer zur Information über die  Anliegen der neuen Bürgerinitiative  und zum geplanten Fachvortrag  über ein neues Gutachten am 30. Januar 2020 werden verteilt;die INITIATIVE WAHLSTEDT versendet zahlreiche Emails zur Information und stellt Informationen auf die Website www.initiative-wahlstedt.de  .

Der Stammtisch der INITIATIVE WAHLSTEDT soll diesmal ausnahmsweise zur gleichen Zeit und am gleichen Ort stattfinden wie der Fachvortrag.

25. Januar 2020

Die „Lübecker Nachrichten“ berichten über das Wahlstedter Asphaltmischwerk: „Kritik am Nichtstun der Verwaltung – seit Jahren klagen Anwohner über Umweltbelastungen.“

https://www.ln-online.de/Lokales/Segeberg/Asphaltmischwerk-Wahlstedter-haben-genug-von-Stillhalte-Taktik-der-Behoerden

29. Januar 2020

Endfassung der Expertise „Stellungnahme zu den Umweltauswirkungen des

Asphaltmischwerkes in Wahlstedt“ liegt vor.

30. Januar 2020

Pressekonferenz und  Vortrag des Gutachtens zum Asphaltmischwerk in der Begegnungsstätte Wahlstedt, Weitergabe an regionale und überregionale Behörden.

31. Januar 2020

Bürgermeister Bonse bezieht in einer Email an ausgewählte Bürger Stellung:

„Sehr geehrte Anwohnerinnen und Anwohner,

 unsere letzte Begehung beim Asphaltmischwerk ist nun schon einige Wochen her und zwischenzeitlich wurden auch einige Briefe zwischen Behörden hin- und hergeschickt.

Als kurzer Zwischenstand und als Ergänzung zur gestrigen Veranstaltung, möchte ich Ihnen heute schreiben.

 So wie berichtet, wurden die Stadtwerke als Betreiber des Bahngleises vom LBV angeschrieben, um eine Lärmmessung bis zum 14.02.2020 durchzuführen. Daraufhin wurde mit Schreiben vom 20.12.2019 beim LBV nachgefragt, nach welchen Rechtsnormen dieses zu erfolgen hat, wobei wir uns sicherlich einig sind, dass eine Messung von Lärm bis zum 14.02.2020 sicherlich nicht aussagekräftig gewesen wäre, da in diesem Zeitraum gar keine Produktion stattfindet, somit auch ein Bahnbetrieb mit Entladung entfällt. Auch eine Messung nur der Messung wegen halte ich für nicht sinnvoll, es sollte dann schon eine verwertbare und rechtssichere Messung erfolgen, die für alle Beteiligten dann eine verbindliche Grundlage bildet. Eine Antwort steht bisher aus, wird nochmals „angemahnt“.

 Die gestern von Herrn Koch vorgestellte Stellungnahme haben wir heute erhalten, diese wurde heute schon an das LLUR weitergereicht mit den Anmerkungen, hier die aufgestellten Behauptungen zu prüfen und uns dazu eine Stellungnahme zu geben. Aussagen, dass die Genehmigungsbehörde fehlerhaft gearbeitet hat, können so ja nicht stehen bleiben.

 Die Politik sowie auch die Firma Wegener haben die gestern vorgestellte Stellungnahme ebenfalls erhalten, so dass sich auch hier sicherlich eingehend damit beschäftigt wird.

 Wir werden dazu natürlich weiterhin die notwendigen Schritte gehen, damit hier eine verträgliche Lösung gefunden werden kann.

 Es ist natürlich bedauerlich, wenn durch emotionale Äußerungen schnell die sachliche Ebene verlassen wird. Ich möchte aber noch mal betonen, dass hier keiner das Thema auf die „lange Bank“ schieben will oder schiebt. Als Behörde sind wir aber dem Gesetz und der Rechtsprechung verpflichtet und können keine Willkürmaßnahmen durchführen. Insofern bitte ich um Verständnis, wenn dann die zuständige Behörde tätig werden muss und wir nicht in allen Bereichen sofort handeln können.

 Soweit kurz zum Wochenende, gerne gebe ich eine Info, sobald weitere Neuigkeiten vorliegen.

 Mit freundlichen Grüßen,

 Matthias-Ch. Bonse…“

 01. Februar 2020

Ausführlicher Bericht über das Asphaltmischwerk Wegener in der „Segeberger Zeitung“.

https://www.kn-online.de/Lokales/Segeberg/Aerger-um-Wahlstedter-Asphaltwerk-Lautes-Nein-zu-Laerm-Staub-und-Gestank

02. Februar 2020

Ausführlicher Bericht sowie ergänzender Kommentar über das Asphaltmischwerk in den „Lübecker Nachrichten“.

https://www.ln-online.de/Lokales/Segeberg/Asphaltmischwerk-Wahlstedter-hintergangen

03. Februar 2020

Wer erteilte das gemeindliche Einvernehmen zur Änderung? In der Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau und Verkehr am 03.02.2020 trifft derAusschussvorsitzende auf Anfrage die Aussage, das „gemeindliche Einvernehmen“ zur Änderungsgenehmigung für das Asphaltmischwerk Wahlstedt habe der Planungsausschuss im Jahre 2019 erteilt.

Die Kommunalaufsicht des Kreises Segeberg dagegen teilte Bürgern – nach Rücksprache mit der Ratsverwaltung Wahlstedt –  auf Anfrage hierzu am 27.01.2020 mit:  „…Das gemeindliche Einvernehmen wurde … durch den Bürgermeister erteilt…“

Februar 2020

Bürgermeister M.-Chr. Bonseverschickt eine Email-Einladung an einen ausgewählten Personenkreis zu einer Informationsveranstaltung im Rathaus (20.02.2020). Ziel: Vortrag zu Fragen der Asphaltproduktion mit einem Experten vom Asphaltlabor über das hiesige Mischwerk Hermann Wegener mit anschließender Diskussion über die gutachterliche Stellungnahme des Umweltnetzwerks.

Mit „Sachverstand“ sollen auf fachlicher Ebene „Behauptungen“ der Gutachter beleuchtet werden.

Wer sich nicht vorher in eine Liste eingetragen hatte, kann „aus Platzgründen“ nicht teilnehmen.  Leider hatten manche Anwohner, obwohl direkt betroffen von den Belastungen, keine Kenntnis einer solchen Liste und haben sich infolgedessen nicht eingetragen.

Warum ein alternativer  geräumigerer Tagungsort (z.B. die Begegnungsstätte) ausgeschlossen wird, erschließt sich nach einigem Nachdenken.

Eine seit Wochen geforderte Einwohnerversammlung mit allen Beteiligten oder ein zugesagter Runder Tisch wird nicht angekündigt.

10. Februar 2020

Die Initiative Bürgerprotest Asphaltmischwerk Wahlstedt schickt ein Hilfsgesuch an Umweltminister Albrecht, in Anlage die fachgutachterliche Expertise. Ein entsprechendes Schreiben geht an den Verkehrsminister Buchholz.

14. Februar 2020

Das(MELUND)Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, Referat Grundsatz- und Rechtsangelegenheiten (Herr M. J.), teilt Bürgern per Email mit, dass ein „Antwortschreiben zu Ihrer Fachaufsichtsbeschwerde zum Asphaltmischwerk in Wahlstedt“ per Post unterwegs ist, das hiermit vorab per E-Mail zugesendet werde….

Auf neuralgische Kernpunkte der Beschwerde wird nicht eingegangen. Kritische Fragen werden vage beantwortet, sondern allgemein abgearbeitet. Vorsorglich wird gleich eingeflochten, die von Bürgern in Auftrag gegebene Expertise vom 30.01.2020 sei hierbei schon mit berücksichtigt worden.

17. Februar 2020 

Erneut gibt es Beobachtungen, Fotos, Videos und Immissionsmeldungen  zu Staub und Lärm beim Verladebetrieb am Bahngleis des Asphaltmischwerks (Dauer: Ca. 07:00 bis 15:00 Uhr).

In der Stadtvertretersitzung an demselben Tag(19:00 Uhr)stellt der Bürgermeister in seinem „Bericht der Verwaltung“ zum wiederholten Malefest, dass am Gleis momentan „nichts zu messen“ sei, weil das Werk nicht arbeite – wie zuvor bereits verschiedentlich behauptet.

19. Februar 2020

Anwohner senden ein kritisches Antwortschreiben (zum Anschreiben vom 12.02.2020, s.o.) an das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND), beharren auf ihrer Fachaufsichtsbeschwerde und fordern konkrete Antworten auf ihre präzisen Fragen ein.  Ein gleichlautendes Schreiben geht an das Innenministerium.

20. Februar 2020

Exklusive Informationsveranstaltung zum Asphaltmischwerk im Wahlstedter Rathaus mit eingeladenen  Gästen. Anwesend sind neben dem Bürgermeister Politiker, der Bauamtsleiter sowie einige Anwohner. Der Leiter des hiesigen Asphaltlabors berichtet über Asphaltproduktion im Allgemeinen, kann jedoch zur Expertise vom 30.Januar keine Stellung beziehen.

Weder Vertreter des Asphaltmischwerks noch beteiligter Behörden sind zugegen.

Auf rechtzeitige Nachfrage waren bekanntermaßen kritische Anwohner im Vorfeld abgewiesen worden.

25. Februar 2020

Der Wahlstedter Bürgermeister lädt für den 30.03.2020 zu einem weiteren Informationsabend über das Asphaltmischwerk ein. Diesmal hat sich der Prokurist des Werkes, Herr Langehein, als Referent zur Verfügung gestellt.

Wieder ist Tagungsort der Besprechungsraum im Rathaus, wiederum ist nur ein ausgewählter Personenkreis angeschrieben und eingeladen worden.

26. Februar 2020

Erstes öffentliches Treffen der INITIATIVE BÜRGERPROTEST ASPHALTMISCHWERK WAHLSTEDT mit Anwohnern zwecks Informationsaustausch und Beratung weiterer Schritte.

01. März 2020

Samstagnacht trifft erneut ein Güterzug mit 2 Dieselloks und ca. 40 Waggons am Industriegleis des Asphaltmischwerks ein. Bagger, Radlader und zahlreiche LKW stehen bereit.

Montagvormittags erfolgt erstmals ein anderer Verlademodus  mit deutlich erkennbarem Bemühen um nachbarschaftliche Rücksichtnahme  und an einer anderen Entladestelle (die dem Kindergarten noch näher liegt). Gelbwestenträger stehen an verschiedenen Stellen und mahnen durch laute Zurufe Lärmvermeidung an. 

Einmaliger Versuch zur Vorbereitung auf wunschgemäße Ergebnisse bei künftigen Lärmmessungen?

11. März 2020

Antwortschreiben des Bürgervorstehers H.Kornelius  vom 11.03.2020 auf die Forderung der BI Bürgerprotest Asphaltmischwerk Wahlstedt nach einer Einwohnerversammlung zu den aktuellen Problemen des Werks:

„Sehr geehrte …,

mit Datum vom 03.03.2020 erhielt ich von Ihnen ein Schreiben, mit der Forderung, eine Einwohnerversammlung einzuberufen.

Nach §11 unserer Hauptsatzung wird durch den Bürgervorsteher zu einer Einwohnerversammlung einberufen, oder wenn die Stadtvertretung dies beschließt.

Im §16b der GO ist das Ziel der Einwohnerversammlung erläutert. I.d.R. sind in einer Einwohnerversammlung die Bürgerinnen und Bürger aus Wahlstedt über wichtige Planungen und Vorhaben zu unterrichten. Themen einer Einwohnerversammlung können immer nur Selbstverwaltungsaufgaben sein. Damit können z.B. laufende Geschäfte der Verwaltung nicht in Einwohnerversammlungen erörtert werden.

Ebenso dürfen sich Einwohnerversammlungen mit überörtlichen Themen nur insoweit beschäftigen, als seitens der Gemeinde eine Befassungskompetenz besteht. Genehmigungen etc, im Rahmen des BImSchG, fallen da nicht ohne weiteres in den Kompetenzbereich.

Ich persönlich sehe aufgrund der Vorgaben in §16 der GO keine Veranlassung und keinen Grund, zu einer Einwohnerversammlung einzuberufen. Ihre schriftlichen Anfragen wurden aber bisher immer schnell und ausführlich von Herrn Bonse beantwortet. Das die Antworten nicht immer Ihre Zustimmung gefunden haben, verstehe ich auch. Aber wir als Stadt Wahlstedt können das Asphaltmischwerk nicht schließen, da gibt es die übergeordneten und Ihnen bekannten Behörden LLUR und LBV.

Mit freundlichen Grüßen…“

Kommentar der Initiative:  Im oben genannten Anschreiben an den Bürgervorsteher war von einer „Schließung“ gar keine Rede…

Wir vermuten, dass sich die Hauptsatzung der Stadt seit 2006 nicht wesentlich verändert hat, sondern nur die Sichtweise des z.Zt. ranghöchsten Wahlstedter Politikers; denn die Chronik berichtet:

  • „Info-Veranstaltung“  über das Asphaltmischwerk (Begegnungsstätte) am 12.09.2006
  • „Einwohnerversammlung“  zum Asphaltmischwerk am 12.11.2007 (mit Vertretern der Firma Papenburg und des Staatlichen Umweltamtes)

Damals war’s möglich…

18. März 2020

Auszug aus dem Immissionskataster der INITIATIVE WAHLSTEDT vom 18.03.2020:

„Von 7:30 Uhr bis 16:00 Uhr ist Lärm zu vernehmen wie durchgängiges nervtötendes Getucker der Dieselloks, Hupen der LKW und ohrenbetäubendes permanentes Schlagen der Baggerschaufel an die Waggons. Bei Ankunft, Wechsel der Waggons und Abfahrt der Bahn wurde laut mit der Fanfare gehupt, wie im Hamburger Hafen! Nicht einmal in diesen Tagen, in denen die Menschen mit ganz anderen Problemen konfrontiert sind, wird hier in Wahlstedt Rücksicht genommen. Herzlichen Dank hierfür an den Herrn Bürgermeister und die Stadtvertreter!

Eine Klärung dieses Zustandes ist ja, mittlerweile nachweislich, nicht gewünscht!“

 (Zuschrift aus dem Heideweg, Wahlstedt)

19. März 2020

Antwort aus dem Rathaus auf ein Schreiben der BI Bürgerprotest Asphaltmischwerk Wahlstedt mit der Bitte um Akteneinsicht im Zusammenhang mit der aktuellen Änderungsgenehmigung des Asphaltmischwerks.

Aufgrund des Coronavirus kann man derzeit keinen Terminvorschlag für eine Akteneinsicht unterbreiten und bittet hierfür um Verständnis.

 19. März 2020

Auszug aus dem Immissionskataster der INITIATIVE WAHLSTEDT vom 19.03.2020:

„Von morgens 07:10 Uhr bis 16 Uhr nachmittags durchgängiger Krach: Gequietsche der Bahn, lautes Gepolter beim Entladen am Asphaltmischwerk, Gehupe… Wie soll man das aushalten, wenn demnächst auch noch das Werk wieder voll arbeitet und dann jeden Tag 42 Waggons entladen werden? Dazu kommt dann noch der Gestank und der Staub- aber dank Corona müssen wir dann ja sowieso im Haus bleiben…“   (Zuschrift aus dem Heideweg, Wahlstedt)

20. März 2020

DieBI Bürgerprotest Asphaltmischwerk bittet die Stadtverwaltung wegen der Coronakrise um die Übermittlung der gewünschten Unterlagen (Änderungsgenehmigung des Asphaltmischwerks; vgl. 19.03.2020) in digitalisierter Form.

26. März 2020

Erneut Aktivitäten im Asphaltmischwerk. Staubendes Schüttgut wird mit LKW zur Kiesgrube transportiert und abgelagert. An beiden Schauplätzen bei kräftigem, böigen Wind erhebliche Staubverwirbelungen mangels Befeuchtung von Flächen und Material. Im Werk gleichzeitig  Befüllung von Lagerboxen mit dunklem Schüttgut (recyceltes Asphaltgranulat?) per LKW und Radlader.

Bericht aus Heideweg und Industriestraße:

 „Staub und Lärm ohne Ende –  nichts hat sich geändert!

Über Stunden fanden heute, am 26. März 2020, Verlade- und Umschlagarbeiten auf dem Gelände des Asphaltmischwerkes Wegener statt. Unmengen an feinem Staub wurden aufgewirbelt.  Die umherfahrenden LKW zogen große Staubschwaden hinter sich her, die Ladeflächen waren nicht abgedeckt. Bedüsung mit Wasser? Pustekuchen! Der frische Wind konnte die Staubschwaden schön verwirbeln und in Richtung Industriestraße und Supermarkt treiben.

Darüber hinaus schlugen Ladeklappen der Kipper, lärmten LKW-Motoren, und die Radladerschaufel  kratzte laut über den betonierten Boden. Sensibilisierung der Fahrer zur Geräuschminderung?

Du träumst wohl!

Wie zu beobachten war, schob der Radlader Berge von schwarzem Material in ungeahnte Höhen. Höhenbegrenzung auf die Wandhöhe der Lagerboxen? Traumtänzer! Ermöglicht durch fehlende Bedachung…

Deutlicher kann man seine Arroganz und Unzuverlässigkeit nicht unter Beweis stellen. Die Firma H. Wegener AG schert sich den Deubel um Vorschriften und Auflagen. Auf Kosten unserer Gesundheit!“

31. März 2020

Ab 06:00 Uhr Arbeiten im Asphaltmischwerk. Turbinen, Radlader und LKW verrichten ihr Werk bei -3 Grad Celsius, der Schornstein qualmt.

Bei nördlichen Winden Asphaltgestank in der Industriestraße und Umgebung.

31. März 2020

Die BI  BÜRGERPROTEST ASPHALTMISCHWERK WAHLSTEDT  veröffentlicht eine neue Presseinformation. Schwerpunktmäßig  geht es um Kritik am jahrelangen Nichtstun der Stadtwerke Wahlstedt, der Lokalpolitiker und Aufsichtsbehörden, aber auch um diverse gravierende Planungsfehler in der Vergangenheit.

02. April 2020

Anwohner nehmen zeichnen die Staubentwicklung des Betriebes auf mehreren Videos auf:

Die Chronik wird fortgeschrieben. Für Anregungen, Ergänzungen und Korrekturen sind wir dankbar.

(Aktualisierte Fassung vom 31.03.2020)  

Beitrag veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Albert Holm