Rundbrief

Liebe Anwohner,innen, liebe Mitstreiterinnen,
seit unser Sachbeistand Herr Dipl.-Ing. Klaus Koch in der Begegnungsstätte Wahlstedt seine Stellungnahme präsentiert hat (30.01.2020), ist schon etwas Zeit vergangen. Nach unserem ersten Info-Abend am 26.02.2020 sollte eigentlich schon längst ein weiterer stattgefunden haben, aber wegen der Corona-Pandemie war das
leider nicht möglich.

Wir sind in der Zwischenzeit nicht untätig gewesen, wurden aber in unserer Öffentlichkeitsarbeit ausgebremst.

Unsere Bemühungen für ein besseres Leben mit dem Asphaltmischwerk Wegener haben mittlerweile eine gute Entwicklung genommen.

Deshalb folgende Informationen:

  • Wir haben Beschwerdebriefe ans LLUR, das MELUND, den LBV, die
    Stadtwerke Wahlstedt und den Bürgermeister geschrieben.
  • Mit unserer Hartnäckigkeit haben wir erreicht, dass die Stadtwerke auf Anweisung des LBV Lärmimmissionsmessungen veranlassen müssen.
  • Wir forderten, dass für die zukünftigen Messungen andere, dichter an dem AMW gelegenen BUPs (Beurteilungspunkte) verwendet werden, um genauere Messergebnisse zu erhalten. Ob dies umgesetzt wird, ist noch offen. Gleiches gilt für separate Staubmessungen.
  • Wir informierten das LLUR durch Zuschriften, Telefonate und kurze Beweisvideos über die Staubimmissionen in der letzten Woche auf dem Werksgelände, woraufhin am vergangenen Freitag die verschmutzten Betriebsflächen nass gereinigt wurden. Hoffentlich wird dies zukünftig beibehalten!
  • Am 03.02.2020 war ein Mitarbeiter des LLUR für eine Inaugenscheinnahme vor Ort. An diesem Tag wurden Eisenbahnwaggons unter zugerufenen Anweisungen wie: ,,das ist zu laut….leiser“ entladen. Dafür wurde der Entladeort hinter das Asphaltlabor verlegt. Nachdem der Mitarbeiter des LLUR nicht mehr anwesend war, fand die Entladung der Waggons so laut wie ,,üblich“ statt. War es eine Übung für die avisierte Lärmimmissionsmessung? Auch diese Beobachtungen wurden ans LLUR gemeldet.

Mängel sind immer noch zu beklagen. Wir beobachten weiterhin das Fehlverhalten der AMW-Mitarbeiter und werden, wie zuvor, die zuständigen Institutionen informieren.

  • Ministerpräsident Albrecht wurde angeschrieben und es findet aktuell weiterhin ein Schriftwechsel mit einem leitenden Sachbearbeiter statt. Wir hoffen auch auf diesem Weg, Unterstützung zu bekommen.
  • Die Medien sind nach wie vor aktiv eingebunden. Derzeit sind die Beiträge
    verständlicherweise, auf Grund der aktuellen Lage, etwas zurückgestellt.
  • Mittels des IZG-SH (Informationszugangsgesetz) haben wir Informationen über das
    Zustandekommen des ,,gemeindlichen Einvernehmens“ der Stadt bezüglich diverser
    Genehmigungsverfahren für das AMW eingeholt.
  • Wir haben eine kontinuierliche Überwachung des AMW gefordert. Das Ergebnis ist
    offen.
  • Unsere Forderung nach einer Einwohnerversammlung beim Bürgervorsteher wurde leider abgelehnt. Wir werden es erneut versuchen!
  • Eine weitere fachliche Stellungnahme durch Dipl.-Ing. Klaus Koch vom
    Umweltnetzwerk wurde auf den Weg gebracht, da wir durch unsere Recherchen so viele neue Informationen erhalten haben, dass eine zweite Stellungnahme dringend
    notwendig ist!
  • Die Gründung eines eingeschriebenen Vereins ist in Vorbereitung, muss
    allerdings leider wegen der Corona-Krise zunächst aufgeschoben werden.

Alle diese Aktionen erfordern viel Zeit, Energie und Geld.

Trotzdem werden wir uns weiterhin mit all unseren Kräften dafür einsetzen, eine  Verbesserungen der Situation und somit eine Wiederherstellung unserer  Lebensqualität in Wahlstedt zu erkämpfen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unser Engagement auch weiterhin  unterstützen – mit Worten, tatkräftiger Mitarbeit und finanzieller Hilfe. Dafür danken  wir Ihnen schon jetzt!

Wir wünschen Ihnen frohe Osterfeiertage! Bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen im Namen der Bürgerinitiative  Bürgerprotest Asphaltmischwerk Wahlstedt.

Michaela Pirrung-Weller
Corda Jacobsen

Neues Spendenkonto: Corda Jacobsen
VR Bank Neumünster eG
IBAN DE91 2129 0016 0077 1571 41

Staubwolken am Asphaltmischwerk Wahlstedt

Ein Gedanke zu „Rundbrief

  1. FLÜCHTLINGE
    Nach dem 2. Weltkrieg siedelten sich in Wahlstedt viele Flüchtlinge an. Alles hatten sie zurücklassen müssen. Der Schmerz über den Verlust ihrer Heimat, von Hab und Gut, von Angehörigen und Freunden und liebgewonnenen Tieren brannte für viele Jahre in den Herzen dieser leidgeprüften Menschen. Oft begleitete der Kummer sie bis ans Ende ihres Lebens. Unter schwierigsten Anstrengungen bauten sie sich ein neues Zuhause auf. Wenn sie nicht schon verstorben sind, befinden sich diese Menschen in einem Alter, in dem man sich wünscht, seinen Lebensabend in Ruhe und Gesundheit zu genießen. Vielfach wäre dies auch möglich – wäre da nicht dieses störende Asphaltmischwerk in unmittelbarer Nähe des Wohnsitzes.
    Eine ältere Frau öffnet die Tür eines gepflegten Einfamilienhauses. Den Flyer mit Informationen über das Werk möchte sie nicht haben. „Wissen Sie, wir haben keine Kraft mehr, uns dagegen zu wehren. Jahrelang haben wir gegen den Dreck und Gestank gekämpft – ohne Erfolg. Die größte Sorge war die Angst um unsere Gesundheit. Man hat uns dieses Monstrum plötzlich einfach dicht vor die Nase gesetzt. Der stundenlange Krach, der ständige Staub überall und der widerliche Gestank betrügen uns seit Jahren um saubere Luft und verdiente Ruhe. Und nun soll alles noch schlimmer werden?“
    Neben den realen Belastungen vergiften hier auch Kummer und Sorgen das Leben. Jüngere Menschen mit Kindern haben in der Umgebung Häuser gekauft oder neu gebaut. Das Wohnen im Grünen hat sie gelockt. Mancher hat sich in der Folgezeit über Lärm und Gestank gewundert und erst später erfahren, dass es hier ein Asphaltmischwerk mit Gleisanbindung und eine Kiesgrube gibt.
    Einzelne Familien sind von Wahlstedt weggezogen.
    Wie kann man an einem solchen Ort jungen Leuten Achtung, Ehrlichkeit und Fürsorge für die Mitmenschen vermitteln, wo offensichtlich das Gegenteil regiert und fast tagtäglich zu spüren ist?
    Da wäre doch wohl zumindest eine Entschuldigung an alle Betroffenen, womöglich ein Schmerzensgeld oder gar eine Entschädigung angebracht.

    M. Schulz, Wahlstedt, Ostern 2020

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