Schlaflos in Wahlstedt

Nächtliche Gedanken zu Polyzyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen

Ein Artikel der Lübecker Nachrichten vom 22.09.2020 mit dem Titel:

                        Gifte im Asphalt: B-205-Sanierung dauert länger  

und die Zunahme von Halden mit schwarzem asphaltartigem Material (Recyclingmaterial?) auf dem Gelände des Asphaltmischwerkes Wegener in Wahlstedt,

extrem schwarzer stinkender Qualm, der aus dem Schornstein kommt

heute morgen 20.10.20 in Wahlstedt

und eine merkwürdige immer mal kurze Produktionsdauer,

lassen mich ins Grübeln kommen und nachts nicht schlafen.

Bei der Sanierung der B205 wurde PAK-haltiger Asphalt entdeckt.

Dadurch kommt es zu einer Verzögerung der Bauarbeiten, da dieses Material sehr aufwändig entsorgt werden muss. PAK sind krebserregend!

PAK   Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe Quelle: Wikipedia

Wie gefährlich ist Pak?

Viele PAK sind als krebserregend eingestuft. Sie verändern das Erbgut, sind schädlich für Menschen und Umwelt. Die Stoffe bleiben lange in der Umwelt und werden nach Angaben des Umweltbundesamtes ( UBA ) kaum abgebaut.

Wo ist PAK enthalten?

PAK sind in Erdöl vorhanden, ebenso in Kohle und dort vor allem im Steinkohleteer. Sie entstehen beispielsweise, wenn Holz oder Kohle unvollständig verbrennt, beim Verbrennen von Tabak und beim Grillen. Auch Autoreifen können PAK enthalten.

Ist Kohlenwasserstoff giftig?     

Kohlenwasserstoff (KW) teilt man in gesättigte und ungesättigte KW ein. Die meisten dieser Verbindungen wirken auf den Menschen erstickend oder giftig, viele sogar als Atemgift, vor denen nur umluftunabhängige Atemschutzgeräte schützen.

Wie riecht Pak?

Riechen sie unangenehm, etwa ein wenig beißend, kann das auf giftige Inhaltsstoffe hindeuten. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) erinnern im Geruch an jenen von Mottenkugeln, erläutert Markus Jahns vom Tüv Süd. PAK gelangen über die Haut in den Körper.

Es gibt wenig Entsorgungsbetriebe für PAK. Eine Entsorgungseinrichtung gibt es z.B. in den Niederlanden, in der Nähe von Rotterdam.
Die Entsorgung ist sehr teuer!

Laut LN-Artikel „rechnen die Straßenbauer für die thermische Verwertung der schadstoffbelasteten Schichten mit Mehrkosten von 700.000 Euro.“ Eine Menge Geld!

Auffällig ist, dass auf dem Gelände des Asphaltmischwerk Wegener in Wahlstedt momentan fast nur schwarzes Material in den Einhausungen lagert,

in der Werkseigenen Kiesgrube wieder ein Granulator steht, der RC-Material verarbeitet

und LKW schwarzes Material auf dem Werksgelände abladen.

Dieses wird dann über einen Radlader in die Dosseure gegeben und im Werk erhitzt.

Folge: pechschwarzer Qualm, der sich stinkend über die Stadt legt.

Als Laiin mache ich mir so meine Gedanken!

Kann es sein, dass das mit PAK belastete RC-Material von der B 205 erhitzt wird? Entweichen dann die PAK in die Luft und das erhitzte Material kann dann auf dem Werksgelände oder nachdem es in die Kiesgrube zurück transportiert wurde, vor sich hin stinkend, abkühlen? Und zackbum sind die PAK Geschichte und man kann das Material weiterverarbeiten? Ist so etwas möglich?

LKW mit qualmender Laderfläche

Mir wird dann nur ganz schlecht, wenn ich mir vorstelle, dass diese krebserregenden Stoffe jetzt über ganz Wahlstedt verteilt wurden?

Vielleicht gibt es ja jemanden, der mich über mein laienhaftes Wissen aufklären und beruhigen kann, damit ich nachts wieder ruhig schlafen kann.

Ich bedanke mich schon im Voraus für Infos, Erklärungen und Kommentare!

Helfen Sie mir, mein Unwissen zu beseitigen!

Bleiben Sie gesund!

Ihre Christa Grütt

Bürgerprotest-Asphaltmischwerk-Wahlstedt

Ein Gedanke zu „Schlaflos in Wahlstedt

  1. Sehr geehrte Frau Grütt,
    leider kann ich Sie, wie von Ihnen gewünscht, wegen den ubiquitär vorhandenen PAK nicht beruhigen – ganz im Gegenteil.

    Die Bundesregierung hat bereits im Jahr 2015 einen bundesweit gültigen Erlass herausgegeben, der ein Verbot spätestens 2018 zur Wiederverwertung von PAK- haltigen Asphalten enthält.
    Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, der uns bestens bekannte LBV.SH, hat auf Veranlassung der Bundesregierung dazu einen Landeserlass für Schleswig-Holstein herausgegeben, der ein Verbot zur Wiederverwertung von PAK- haltigen Altasphalten auf den Fernstraßen enthält. Wie zu lesen wird ein Verbot auch auf kommunalen Straßen angestrebt, das jedoch nunmehr bereits seit 5 Jahren auf sich warten lässt.
    In den Jahren von 1920 bis 1990 wurden über 1000.000.000 Tonnen PAK- haltige Asphalte in deutschen Straßen verbaut.
    Eine Kontrolle von mit PAK- belasteten Straßen findet oft nur nach Aktenlage oder über unzureichende Schnelltests oder einfachen Geruchskontrollen statt.
    In Folge gelangen immer wieder größere Mengen an belasteten Altasphalten in die Wiederverwertung und dadurch auch in Asphaltmischanlagen. Im Asphaltwerk Wahlstedt ist die Kaltzugabe von 30% an Ausbauasphalten genehmigt. Ob sich unter den Mengen der Recyclingabfälle auch belastete Altasphalte befinden, kann mangels Kontrollen nicht ausgeschlossen werden. Das LAGA (Länderarbeitsgemeinschaft Abfall) Merkblatt M 20, das für die Handhabung von Recyclingabfällen von den Behörden genutzt wird, schreibt eine Probenahme lediglich alle 500 Tonnen vor. Diese Menge der Probename darf sodann untereinander auch noch vermischt werden, so das aus unserer Sicht eine unzureichende Kontrolle ermöglicht wird.
    Fakt und unbestritten in der wissenschaftlichen Literatur ist, das überwiegend ältere Straßenbelege für die Geruchs relevanten Belastungen von Asphaltwerken verantwortlich sind.

    Mit freundlichem Gruß

    Klaus Koch & Partner
    Umweltberatung

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