Dieser Beitrag aus dem Jahre 2012 kritisiert den Genehmigungsprozess einer Asphaltmischanlage im Südwesten Bayerns. Er könnte auch für das Asphaltmischwerk in Wahlstedt geschrieben worden sein…
Manchmal treibt die Hitze einige Menschen zu seltsamen Aktionen. Der Wahnsinn hat jedenfalls seit gestern einen Ort: Marktplatz Nr. 3 in Wahlstedt!
Da fordert ein Bewohner dieses Ortes doch tatsächlich Wahlstedterinnen auf, ihre Grundstück zu begrünen, da das so im Grundbuch steht. Er sucht immer nach Lösungen und ist darum bemüht die Belastungen für die Anwohnerinnen im Rahmen des Möglichen zu reduzieren. Er möchte jetzt durch die Begrünung, die übrigens seit Urzeiten vorhanden ist, verhindern, dass der Gestank des Asphaltmischwerkes die Einwohner Wahlstedts nicht mehr erreicht!
Frage: Wo nur bekommt man solche Mammutbäume her? Sie müssten die weiträumigen Immissionen abhalten können, die sich bei entsprechender Windrichtung vom Asphaltmischwerk trichterförmig über das ganze Stadtgebiet und darüber hinaus verteilen. Vielleicht können die Chinesen helfen. Die sind ja Weltmeister im Mutieren.
Tatsache ist: Es gab eine zusätzliche Begrünung vor dem Asphaltmischwerk in Richtung Heideweg! Eine Firma in Wahlstedt hat sie einfach beseitigt. Keiner hat damals etwas dagegen unternommen! Selbst die Partei nicht, die sich auf die Fahne geschrieben hat, die Natur und Umwelt zu schützen.
Hmmm, als diese Entfernung des Grünstreifens stattfand, war es vielleicht auch gerade etwas heiß!
Auf jeden Fall könnte man jede Menge Armutszeugnisse ausstellen, wenn der Sache dadurch geholfen würde! Aber solange sich das hiesige Asphaltmischwerk nicht an die Auflagen hält, wird wohl weiterhin kein Aufenthalt im Freien möglich sein, wenn Recyclingmaterial (Alt-Asphalt) und Polymere (Kunststoffe) verarbeitet werden.
Eine schöne Aussicht in der ach so klimabewussten, mit einem leibhaftigem Klimamanager gesegneten Stadt im Grünen.
Mit der Menge an Feinstaub nehmen auch die Demenzfälle in einer Region zu. Neuere Untersuchungen zeigen, wie die Partikel von Lunge und Nase zum Gehirn gelangen und dort Schäden anrichten können.
Weiterführende Informationen zur Anfrage von Dr. Stefan Weber:
Link zum Vorgang im Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein
Anfrage und Antwort im PDF Format:
Kleine Anfrage Stefan Weber (SPD) und Antwort Minister/in für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung 26.06.2020 Drucksache 19/2202
Seitdem die Wahlstedter Politiker sich im Jahr 2006 in geheimer Abstimmung für den Bau des Asphaltmischwerks in Wahlstedt ausgesprochen haben, reißen die Klagen der Anwohner über Lärm, Staub und Gestank nicht ab.
Nicht nur Politiker sind über die Hintergründe und Fakten nicht richtig informiert:
Das Asphaltmischwerk wurde in einem Gebiet errichtet, für das es keinen Bebauungsplan gab.
Seit Aufstellung eines Bebauungsplans 2013 steht das Werk in einem Gewerbegebiet, nicht in einem Industriegebiet.
Im heute besonders belasteten Areal standen schon vor Errichtung des Werks Wohnhäuser.
Die Betriebsgenehmigung des Werks war fehlerhaft, da die Immissionsrichtlinie (TA Luft) einen Mindestabstand von 500 Metern zu Wohngebieten fordert. Aber die Entfernung zum Heideweg beträgt nur 150 Meter. Einzelne Wohnhäuser liegen noch näher am Werk. Wie ein Gutachter festgestellt hat, hätte das Werk an dieser Stelle nie errichtet werden dürfen!
Die Forderung nach Staubmessungen beim Verladebetrieb am Industriegleis und bei Tätigkeiten auf dem Werksgelände verhallten ungehört. Noch nie wurden vor Ort dies diffusen Feinstaubemissionen gemessen! Ist also von werksseitig vorgenommenen Staubmessungen die Rede, so beziehen sich die Aussagen des AMW auf Staub aus dem Schornstein.
Auf die Frage, was dort verladen wird und ob die Materialien Quarzanteile (ein Mineral, das die menschliche Gesundheit besonders gefährdet) enthalten, erhielt die Bürgerinitiative nie eine Antwort.
Der Gestank, der vom AMW ausgeht, wird hauptsächlich durch die im Freien stattfindende Asphaltverladung auf LKW und diffuse Abgasfreisetzungen erzeugt.
Die Verladung erfolgt ohne Erfassung der aerosolhaltigen Abgase, die unsere Atemluft unerträglich belasten.
Bei der Kaltzugabe von sogenanntem RC-Asphalt (Wiederverwerteter Alt-Asphalt) werden große Mengen an Abgasen erzeugt, die stoßweise aus der Anlage austreten.
Dies geschieht seit Jahren mit Wissen des LLUR, obwohl laut Betriebsgenehmigung alle Abgase über den Schornstein abgeleitet werden müssen.
Durch Erlass eines Bescheides zur Geruchsbelästigung versucht das LLUR, Anwohner zum Schweigen zu bringen.
Dies, obwohl das LLUR noch nie die in den Richtlinien GIRL (Geruchs-Immissionsrichtlinien) vorgesehene Einzelfallbetrachtung angewendet hat, die eine qualitative Betrachtung des Geruchs und Reduzierung der erlaubten Geruchs Jahresstunden vorgibt.
Wiederholt wurden Polizei und Feuerwehr alarmiert, weil auf dem Werksgelände tage- und nächtelang kokelnde und stinkende Fehlchargen produzierten Asphalts deponiert wurden – laut Betriebsgenehmigung unzulässig, weil gesundheitsgefährdend.
Anwohner fordern besondere Schutzmaßnahmen, die über den technischen Standard hinausgehen (z.B. Einhausung von emittierenden Betriebsabläufen).
Seit Jahren versucht das LLUR, die Lärmbelastung der Anwohner in einzelne Häppchen zu zerlegen. Die Gesamtbelastung ist noch nie erfasst worden.
Wir haben nie eine Antwort auf die Frage erhalten, auf welcher Rechtsgrundlage das LLUR das Immissionsschutzgesetz, die Richtlinien der Bund-Länder-Kommission (LAI) und die schleswig-holsteinischen Verwaltungsvorschriften dazu nicht anwendet. Die Verantwortung für den Gleisbetrieb des Industriegleises obliegt den Stadtwerken.
Die Stadt Wahlstedt ist als Betreiber der Stadtwerke insofern auch deren Nutznießer, als ihr ein Teil von deren Einnahmen zufließen.
Im Beirat der Stadtwerke Wahlstedt sitzen neben unserem Bürgermeister sechs Politiker aller in Wahlstedt vertretenen politischen Parteien.
Der Beirat hat wesentlichen Einfluss auf die Geschäftspolitik der Stadtwerke und ist informiert über ihr Handeln.
Der LBV hat schon seit Jahren wiederholt Lärmmessungen des Verladebetriebs am Industriegleis gefordert, sie wurden aber erstmals im Mai 2020 – nach 14 Jahren Betriebszeit!!! – von den Stadtwerken umgesetzt (Hierzu musste erst ein offizieller Bescheid des LBV an die Stadtwerke Wahlstedt ausgestellt werden!)
Für die Forderung dieser Messung hat sich kein Wahlstedter Politiker öffentlich eingesetzt.
Die Lärmmessung fand ohne die sonst erheblichen Hintergrundbelastungen (Werksbetrieb, LKW- und Radladerverkehr) statt. Die Begleitumstände während der Messungen waren atypisch.
Die Herausgabe der Lärmmessergebnisse wurde bis zum 30.06.2020 verweigert.
Fast alle von der BI angeschriebenen Politiker haben sich auf die Frage ausgeschwiegen, ob sie von den wiederholten Aufforderungen des LBV (Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr) an die Stadtwerke gewusst haben, man solle Lärmmessungen beim Verladebetrieb des Industriegleises vornehmen.
Allein eine Partei räumte in einem Schreiben an die BI BÜRGERPROTEST ASPHALTMISCHWERK WAHLSTEDT ein, seit ca. 5 Jahren informiert gewesen zu sein.
Bewohner im schleswig-holsteinischen Wahlstedt haben Angst um ihre Gesundheit: Sie kritisieren den Gestank und den Lärm von einem Asphaltwerk in einem 100 Meter entfernten Gewerbegebiet. Zu recht? Mehr Infos zur Sendung: https://www.ndr.de/fernsehen/sendunge…
Am 12.06.2020 berichteten die Lübecker Nachrichten über die Situation in Wahlstedt:
Staubwolken, Lärm wie an der Autobahn und beißender Gestank: Damit müssen Anlieger in der Umgebung des Asphaltmischwerks in Wahlstedt weiter leben. Nun gab es Messungen. Aber die Belästigungen werden wohl bleiben. […]
Kam das Gespräch auf das Thema Asphaltmischwerk Wahlstedt oder Schüttgutumschlag am Industriegleis, zeigten sich Vertreter der politischen Parteien schlecht informiert oder gaben sich ahnungslos. Einzig und allein bei der Frage nach der Zuständigkeit war klar: WIR – NICHT!
Bewohner im schleswig-holsteinischen Wahlstedt sind sauer: Sie wohnen neben einem Gewerbegebiet. Knapp hundert Meter von den Wohnhäusern entfernt, befindet sich ein Asphaltwerk. Viel zu nah, finden die Anwohner. Wenn der Wind ungünstig steht, stinkt es in der Siedlung. Dazu ist die Lärmbelastung hoch. Die Anwohner machen sich Sorgen um ihre Gesundheit. Markt war vor Ort.
FOCUS (11/2019): Deutschlands Baugewerbe ist in Aufruhr – und droht mit einem kompletten Stopp der Straßenarbeiten schon ab dem nächsten Jahr. Grund dafür ist eine neue Vorschrift des Bundesarbeitsministeriums, die Straßenbauarbeiter besser vor Asphalt-Dämpfen schützen soll.
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